NewsMedizinSARS-CoV-2: Heterologe Impfung steigert Schutzwirkung von Astrazeneca-­Impfstoff
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

SARS-CoV-2: Heterologe Impfung steigert Schutzwirkung von Astrazeneca-­Impfstoff

Dienstag, 19. Oktober 2021

/mbruxelle, stock.adobe.com

Umeå – Der Wechsel vom vektorbasierten Impfstoff AZD1222 auf einen mRNA-Impfstoff, der durch die seltene aber tödliche Komplikation VITT motiviert wurde, hat sich im Nachhinein als Vorteil erwiesen. Die heterologe Impfung war laut einer aktuellen Analyse von Patientenregistern aus Schweden in Lancet Regional Health (2021; DOI: 10.1016/j.lanepe.2021.100249) mit einem Rückgang von COVID-19-Erkrankungen verbunden.

Das Auftreten von Hirnvenen- und anderen Thrombosen bei jüngeren Menschen, die inzwischen als vakzineinduzierte immunogene thrombotische Thrombozytopenie (VITT) bezeichnet wird, hatte im Frühjahr viele Länder veranlasst, die Impfempfehlungen zu ändern.

Anzeige

Die Folge war, dass viele jüngere Menschen, die als erste Dosis den vektorbasierten Impfstoff AZD1222 von Astrazeneca erhalten hatten, ihre Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff von Biontech-Pfizer (BNT162b2) oder Moderna (mRNA-1273) erhielten. Die Sorge, dass die Impfstoffwirkung unter dem Wechsel des Impfstoffs leiden könnte, hat sich schon bald gelegt. Erste Laborstudien ergaben, dass die heterologe Impfung zu einer stärkeren Immunreaktion führt.

Eine Analyse der schwedischen Patientenregister zeigt jetzt, dass die erhöhte Immunogenität mit einem geringeren Erkrankungsrisiko verbunden ist. Peter Nordström von der Universität Umeå und Mitarbeiter haben 94.569 Personen, die nach AZD1222 mit BNT162b2, und 16.402 Personen, die nach AZD1222 mit mRNA-1273 geimpft wurden, mit nichtgeimpften Personen verglichen. Die gleiche Untersuchung wurde mit 430.100 Personen durchgeführt, die in beiden Dosierungen AZD1222 erhalten hatten.

Die Wahl der ungeimpften Kontrollen erwies sich als schwierig, da bevorzugt ältere Menschen mit Vorerkrankungen geimpft wurden und in Schweden Menschen mit einem höheren Bildungstand eher zur Impfung bereit sind. Nordström hat die Unterschiede jedoch mit statistischen Mitteln ausgeglichen.

Seine adjustierte Analyse ergab, dass die Impfstoffwirksamkeit bei einer heterologen Impfung mit BNT162b2 nach AZD1222 67 % betrug (95-%-Konfidenzintervall 59 % bis 73 %). Etwas besser geschützt waren mit einer Impfstoffwirksamkeit von 79 % (62 % bis 88 %) Personen, die nach AZD1222 zur Auffrischung den höher dosierten Impfstoff mRNA-1273 erhielten. Für die Personen, die 2 Mal mit AZD1222 geimpft wurden, ermittelt Nordström eine Impfstoffwirksamkeit von nur 50 %.

Die insgesamt niedrige Schutzwirkung, die hinter den Ergebnissen der klinischen Studien zurückbleibt, könnte damit zusammenhängen, dass die Analyse den Zeitraum bis zum 23. August umfasst und damit auch die Delta-Welle abdeckt. Die Studie macht allerdings keine Aussagen über die Schutzwirkung vor schweren Erkrankungen oder Todesfällen, die nach derzeitigem Kenntnisstand bei allen 3 Impfstoffen und ihren Kombinationen weitgehend erhalten bleibt. © rme/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER