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Mit einer Portion Humor besser durch den Coronastress

Dienstag, 19. Oktober 2021

/kichigin19, stock.adobe.com

Washington – Witzige Memes könnten Menschen dabei helfen, den mit der Coronapandemie verbun­denen Stress besser zu bewältigen. Das legt eine US-Studie über die Wirkung der lustig beschrifteten Bildchen nahe, die im Fachblatt Psychology of Popular Media veröffentlicht ist. Darüber hinaus könnten die Memes auch das Vertrauen von Menschen in ihre Fähigkeit steigern, mit der Pandemie umgehen zu können – aber nur, wenn sie nicht zu niedlich sind.

Dass ausgerechnet Memes im Umgang mit Coronastress helfen könnten, liegt gar nicht so fern, wie es zunächst klingen mag: Schon im vergangenen Jahr hatte eine im Fachblatt Scientific Reports veröffent­lichte Studie berichtet, dass Memes über Depressionen die Stimmung von Betroffenen aufhellen können.

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„Als sich die Pandemie immer weiter hinzog, wurde es für mich zunehmend interessanter, wie die Men­schen die sozialen Medien und insbesondere Memes nutzten, um über die Pandemie nachzudenken“, sagte nun Jessica Myrick, Hauptautorin der aktuellen Studie. Für die Professorin der Penn State University ist es nicht die erste Beschäftigung mit einem popkulturellen Internetphänomen – eine ihrer früheren Untersuchungen hatte sich mit den glücklich machenden Effekten von Katzenvideos beschäft­igt.

Für ihre neue Studie befragten Myrick und ihr Team im Dezember vergangenen Jahres 748 Menschen online, um herauszufinden, ob das Betrachten unterschiedlicher Memes Emotionen, Ängste, Informa­tions­verarbeitung und Bewältigung der Coronakrise beeinflusst.

Dafür sammelten die Wissenschaftle­rinnen auf einschlägigen Plattformen Hunderte beliebte Memes und teilten diese in verschiedene Kategorien ein, so etwa danach, ob sich die Bildunterschrift auf COVID-19 bezog oder nicht. Für die Studie wurden jene Memes ausgewählt, die von einer Gruppe von Teilnehmern als gleichermaßen lustig und putzig bewertet wurden.

Für einige Memes schrieben die Forscherinnen neue COVID- oder nicht-COVID-bezogene Bildunter­schrif­ten. Ein Meme zeigte zum Beispiel das Bild einer wütenden Katze mit der Bildunterschrift: „Neue Studie bestätigt: Katzen können COVID-19 nicht verbreiten, würden es aber tun, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.“ Die nicht COVID-bezogene Version des Memes hatte die Unterschrift: „Neue Studie bestätigt: Katzen können Ihr Auto nicht sabotieren, würden es aber tun, wenn sie die Möglichkeit dazu hätten.“

Im nächsten Schritt bekamen die Probanden nach dem Zufallsprinzip unterschiedliche Memes oder aber zur Kontrolle verschiedene Arten bilderloser Texte zu sehen. Die Forscherinnen untersuchten dann, wie niedlich und lustig die Studienteilnehmer die gesehenen Medien fanden, welche Emotionen sie berich­teten und wie gewappnet für den Umgang mit der Pandemie sie sich fühlten.

Dabei fanden sie heraus, dass Menschen, die sich Memes ansahen ein höheres Maß an Humor und po­si­tivere Emotionen zeigten als andere, was indirekt mit einer Verringerung des Stresses im Zusam­men­hang mit der Pandemie einherging. Probanden, die Memes mit Bildunterschriften zu COVID-19 anschauten, hatten sogar eine höhere Wahrscheinlichkeit, weniger Stress wegen der Pandemie zu empfinden als solche, die Memes ohne coronabezogene Bildunterschriften anschauten.

Gleichzeitig dachten diejenigen, die sich Memes mit COVID-Bezug ansahen, intensiver über deren Inhalt nach und fühlten sich sicherer, mit der Pandemie fertig zu werden. Zu putzig durften die betrachteten Memes indes nicht sein: Teilnehmer, die besonders niedliche Memes mit Menschen- oder Tierbabys sahen, dachten seltener über die Pandemie und deren Auswirkungen auf das eigene Leben nach – selbst, wenn sich die Bildunterschriften auf Corona bezogen.

„Während die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlen hat, dass die Menschen zum Wohle ihrer psychischen Gesundheit zu viele Medien mit COVID-Bezug meiden sollten, zeigt unsere Untersuchung, dass Memes über COVID-19 den Menschen helfen könnten, sich in ihrer Fähigkeit, mit der Pandemie umzugehen, sicherer zu fühlen“, bilanziert Hauptautorin Myrick.

Offizielle Stellen könnten derartige Memes als günstige und leicht zugängliche Möglichkeit nutzen, um mit der Öffentlichkeit über stressvolle Situationen zu kommunizieren. Myrick fasst zusammen: „Die positiven Emotionen, die mit dieser Art von Inhalten verbunden sind, können dazu führen, dass sich Menschen psychologisch sicherer fühlen und daher besser in der Lage sind, den zugrundeliegenden Botschaften in Bezug auf Gesundheitsbedrohungen Aufmerksamkeit zu schenken.“ © dpa/aerzteblatt.de

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