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Medizin

Immunzellen im Gehirn arbeiten zusammen

Dienstag, 23. November 2021

Mikrogliazellen (blau: die Zellkerne) können sich durch schlauchartige Fortsätze (rot) zusammenschließen und so gefährliche Proteine in Arbeitsteilung abbauen./AG Heneka, Universität Bonn

Bonn – Immunzellen im Gehirn können sich bei Bedarf zu Verbünden zusammenschließen, um toxische Proteine schneller abzubauen. Bei bestimmten Mutationen, die zur Parkinson-Erkrankung führen können, ist diese Zusammenarbeit hingegen beeinträchtigt. Das zeigt eine Studie der Universität Bonn, des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Instituts François Jacob in Frankreich. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Cell erschienen (2021; DOI: 10.1016/j.cell.2021.09.007).

Die Wissenschaftler um Michael Heneka – Direktor der Klinik für neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie am Universitätsklinikum Bonn – konzentrierten sich bei ihrer Arbeit auf das Protein Alpha-Synuclein (aSyn). Unter bestimmten Umständen können aSyn-Moleküle miteinander verklumpen und unlösliche Aggregate bilden, welche die Neuronen schädigen. Dies tritt zum Beispiel im Gehirn von Parkinson-Erkrankten oder von Betroffenen mit Lewy-Körperchen-Demenz auf.

Die Immunzellen des Gehirns, die Mikrogliazellen, versuchen daher, die aSyn-Aggregate abzubauen und zu entsorgen. Laut der Studie können sich die Mikrogliazellen dazu spontan zusammenschließen. Sie bilden dazu schlauchähnliche Fortsätze, die an benachbarte Mikrogliazellen andocken.

Durch diese Verbindungen werden die aSyn-Aggregate unter den Partnern des Netzwerks verteilt. Ohne diese Arbeitsteilung müssten einzelne Immunzellen einen Hauptteil der Abbauarbeit schultern und würden überlastet. Die Verbindungsschläuche erfüllen aber offenbar noch einen weiteren Zweck: Über sie können Mikrogliazellen ihre Nachbarn unterstützen, wenn diese zu stark in Bedrängnis geraten. „Sie verschicken dann Mitochondrien an die Nachbarzellen, die gerade mit dem Abbau der Aggregate beschäftigt sind“, erklärt Hannah Scheiblich aus der Arbeitsgruppe.

Bei bestimmten Mutationen, die sich gehäuft bei Parkinsonkranken finden, ist laut den Forschern aber der Transport des aSyns und der Mitochondrien in dem Netzwerk beeinträchtigt. Ähnliches trifft auch auf eine andere Erkrankung zu, bei der der Abbau von aSyn gestört ist: der Lewy-Körperchen-Demenz.

Dass sich Mikrogliazellen zusammenschließen können, war laut den Wissenschaftlern bislang nicht bekannt. Sie hoffen, dass die Erkenntnisse mittelfristig neue therapeutische Perspektiven für neurologische Störungen ermöglichen. © hil/aerzteblatt.de

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