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Kinderärzte warnen Politik vor Impfdruck bei Coronavakzin

Mittwoch, 20. Oktober 2021

/epixproductions, stock.adobe.com

Osnabrück – Nach dem Start des EU-Zulassungsverfahrens für einen Coronaimpfstoff für Kinder ab fünf Jahren haben Kinder- und Jugendärzte die Politik vor Impfdruck auf Familien gewarnt.

Er gehe zwar davon aus, dass das Vakzin von Biontech/Pfizer bald zugelassen werde, sagte der Präsident des Berufs­verbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Wir als Verband raten aber dringend, anschließend die Empfehlung der Ständigen Impfkommis­sion abzuwarten.“

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Die Kommission müsse genau klären, für wen ein Kinder-Impfstoff wirklich sinnvoll eingesetzt werden könne, erklärte Fischbach. Er bezeichnete es als „übergriffig und kontraproduktiv“, dass Bundesgesund­heits­­minister Jens Spahn (CDU) und andere Politiker im Sommer Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren eingefordert hatten, bevor Mediziner und Wissenschaftler dazu rieten.

Dies habe viel Verwirrung bei Patienten und in Familien sowie Arztpraxen verursacht. „Daher sollte sich auch Herr Spahn jetzt tunlichst zurückhalten“, forderte Fischbach. „Ihm fehlt die Expertise, und wir Kinder- und Jugendärzte äußern uns auch nicht zu Themen, von denen wir nichts verstehen.“

Der Mainzer Impfstoff-Hersteller Biontech hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass er zusammen mit dem US-Partnerunternehmen Pfizer in der EU die Zulassung seines Coronaimpfstoffs für Fünf- bis Elf­jährige beantragt habe. Für über Zwölfjährige ist das Vakzin in Europa bedingt zugelassen. © afp/aerzteblatt.de

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