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Medizin

Studie: Cholesterinwerte in der Schwangerschaft könnten späteres Herzinfarkt-Risiko des Kindes beeinflussen

Dienstag, 23. November 2021

/Elena Petrova, stock.adobe.com

Neapel – Beginnt die Atherosklerose, die im Erwachsenenalter für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich ist, bereits im Mutterleib? Ein Pathologe aus Italien vermutet dies seit einiger Zeit. Seine jetzt im European Journal of Preventive Cardiology (2021; DOI: 10.1093/eurjpc/zwab152) vorgestellten Ergebnisse zeigen, dass die Mütter einer Gruppe von Erwach­senen, die im frühen Erwachsenenalter an einem Herzinfarkt erkrankten, erhöhte Cholesterinwerte hatten.

In früheren Studien (JCI 1997; DOI: 10.1172/JCI119813, Lancet 1999; DOI: 10.1016/SO140-6736(99)02131-5, JAMA 2018; DOI: 10.1001/jamacardio.2018.3546) hatte Claudio Napoli von der Universität Neapel Federico II zeigen können, das sich in der Aorta von Feten, deren Mütter einen hohen Cholesterinwert haben, sogenannte „Fatty Streaks“ bilden können, die eine Initialläsion der Atherosklerose sind.

Die gelblich weißlichen Veränderungen bestehen aus mit Lipoproteinen beladenen Makrophagen, die auch als Schaumzellen bezeichnet werden. Diese Veränderungen können sich nach der Geburt zurück­bilden, sie könnten jedoch auch der Beginn einer Atherosklerose sein, die erst Jahrzehnte später zu Herzinfarkten oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt, vermutet Napoli.

Der Pathologe konnte diese Entwicklung später an Versuchstieren reproduzieren. Er vermutet, dass die pränatale Exposition auf die hohen Cholesterinwerte der Mutter zu einer epigenetischen Veränderung der Genaktivität führt, die lebenslang zu einer verstärkten Aktivität von Genen wie SREBP2 führt, die am Cholesterinstoffwechsel beteiligt sind und die Neigung zu hohen Cholesterinwerten im späteren Leben begünstigen könnten.

In der aktuellen Studie konnte das Forscherteam um Napoli die Cholesterinwerte der Mütter von 310 Personen mittleren Alters ermitteln. Darunter waren 89 Patienten, die in einem relativ frühen Alter von 47 Jahren einen Herzinfarkt erlitten hatten. Die anderen 221 Personen waren nicht erkrankt. Die Analyse ergab, dass der Cholesterinwert der Mutter während der Schwangerschaft signifikant mit dem Schwere­grad des Herzinfarkts korrelierte: Die Kinder von Müttern mit hohen Cholesterinwerten hatten häufiger eine 3-Gefäßerkrankung der Koronargefäße, ihre Herzleistung (linksventrikuläre Ejektionsfraktion) war stärker abgefallen und die Konzentration der Herzinfarkt-Enzyme CK und CK-MB war höher.

Dieser Einfluss bestand unabhängig von Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, der Anzahl der Risiko­faktoren und des Cholesterinwerts der Herzinfarktpatienten. Die adjustierte Odds Ratio von 1,382, die diesen Zusammenhang beschreibt war, mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,046 bis 1,825 signifikant.

In einer 2. Analyse haben die Forscher untersucht, ob die Cholesterinwerte der Mütter sich auf die Zahl der kardiovaskulären Risikofaktoren auswirkt. Auch hier wurde eine Korrelation gefunden. So gab es beispielsweise eine lineare Beziehung zum Body-Mass-Index: Die Neigung der Erwachsenen zum Übergewicht korrelierte zum Cholesterinwert im Blut der Mutter.

Die retrospektive kann nicht beweisen, dass die Cholesterinwerte der Mutter für die Atherosklerose der Kinder verantwortlich sind. Es ist möglich, dass der Ernährungsstil oder andere durch Erziehung in der Familie weitergegebene Verhaltensweisen die Ergebnisse der Studie erklären. Möglich ist auch, dass die Mutter eine genetische Anfälligkeit für die Entwicklung einer Atherosklerose auf die Kinder vererbt hat. © rme/aerzteblatt.de

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