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Zuckersteuer senkt Konsum von Süßgetränken an Schulen in den USA

Dienstag, 26. Oktober 2021

/airborne77, stock.adobe.com

Philadelphia – Eine lokale Steuer hat in einer US-Metropole den Konsum von Süßgetränken von Schülern deutlich gesenkt, wie Gesundheitsökonomen in einer Studie in JAMA Pediatrics (2021; DOI: 10.1001/jamapediatrics.2021.3991) zeigen.

Philadelphia ist mit 1,6 Millionen Einwohnern die sechstgrößte Stadt der USA. Das feuchte subtropische Klima in der Stadt erhöht den Durst, den Jugendliche gerne durch Süßgetränke löschen. Eine frühere Umfrage des „Youth Risk Behavior Surveillance System“ (YRBSS) hatte ergeben, dass High-School-Schüler im Durchschnitt pro Woche 5,4 Süßgetränke zu sich nahmen. Die damit verbundene Zufuhr von nicht sättigenden Kalorien wird mit für die hohe Zahl von übergewichtigen und adipösen Jugendlichen verantwortlich gemacht.

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Die Stadt hat darauf reagiert und im Januar 2017 eine Verbrauchsteuer von 1,5 Cent pro Unze Zucker eingeführt. Auch künstlich gesüßte Getränke werden besteuert. Die mit der Steuer verbundene Preiser­höhung zeigte Wirkung. Bereits im letzten Jahr hatte ein Team um Christina Roberto von der Penn State Universität in Philadelphia in Health Affairs (2021; DOI: 10.1377/hlthaff.2019.01058) zeigen können, dass der Verkauf von Süßgetränken um etwa ein Drittel zurückgegangen ist.

In der aktuellen Studie haben die Forscher untersucht, ob die Steuer auch die Zielgruppe der Jugend­lichen erreicht. Die Analyse der YRBSS-Umfragen ergab, dass die Zahl der konsumierten Süßgetränke in Philadelphia stärker zurückgegangen ist als in 7 anderen Städten, die keine „Zuckersteuer“ eingeführt haben. Auch dort ist es im Untersuchungszeitraum zwischen 2013 bis 2019 zu einem Rückgang von 4,0 auf 3,4 Getränke pro Woche gekommen.

Offenbar hat sich herumgesprochen, dass Süßgetränke dick machen und auf Dauer der Gesundheit schaden. In Philadelphia konsumierten die Schüler 2019 pro Woche nur noch 3,9 Süßgetränke statt zuvor 5,4. Der Unterschied war in einer Differenz-in-Differenz-Analyse signifikant größer als in den Vergleichsstätten.

Der größte Unterschied wurde bei Kindern europäischer Herkunft beobachtet, die statt 4,9 nur noch 3,0 Getränke pro Woche zu sich nahmen. Aber auch die adipösen Kinder schafften es, ihren wöchentlichen Konsum von 5,5 auf 3,7 Getränke zu senken.

Philadelphia ist nicht die erste Stadt, die Steuern auf Süßgetränke erhebt. Den Anfang machte im März 2015 die Universitätsstadt Berkeley in Kalifornien. Seither sind weitere Städte wie Albany, Oakland und San Francisco in Kalifornien, Boulder in Colorado und die Hauptstadt Washington hinzugekommen. © rme/aerzteblatt.de

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