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Riskanter Cannabiskonsum hat europaweit zugenommen

Mittwoch, 20. Oktober 2021

/Remo, stock.adobe.com

Hamburg – Immer mehr Menschen in Europa konsumieren Cannabis – auch der besonders riskante täg­liche oder fast tägliche Konsum hat zugenommen. Das berichtet ein Wissenschaftlerteam des Universi­tätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) im Fachmagazin The Lancet Regional Health (2021; DOI: 10.1016/j.lanepe.2021.100227).

Die Forschenden haben anhand öffentlich zugänglicher Daten aus Ländern der Europäischen Union so­wie aus Großbritannien, Norwegen und der Türkei die aktuellen Entwicklungen beim Cannabiskonsum, die Behandlungszahlen und den Wirkstoffgehalt in den konsumierten Produkten untersucht.

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Die Anzahl der Cannabis konsumierenden Erwachsenen in den untersuchten Ländern ist danach zwi­schen 2010 und 2019 im Schnitt um 27 Prozent von 3,1 auf 3,9 Prozent der Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren gestiegen, wobei der stärkste relative Anstieg bei den 35- bis 64-Jährigen zu beobachten war.

Zudem lag der Anteil der Menschen, die bei Umfragen angegeben hatten, im vergangenen Monat täglich oder fast täglich Cannabis konsumiert zu haben, in jedem zweiten europäischen Land bei mehr als 20 Prozent, in Portugal sogar bei 70 Prozent.

Dabei gilt ein Konsum dieser Häufigkeit als besonders riskant. Zugleich wurde europaweit ein Anstieg der Behandlungen wegen eines problematischen Cannabiskonsums um etwa 30 Prozent registriert, vor allem zwischen den Jahren 2010 und 2015.

Die Forscher untersuchten zudem die Entwicklung des Wirkstoffgehalts des Rauschmittels im vergan­ge­nen Jahrzehnt. Der Gehalt des Hauptwirkstoffs im Cannabis, das sogenannte Delta-9-tetrahydro­cannabi­nol oder auch THC, hat in den analysierten Proben insgesamt zugenommen.

Bei Cannabisharz, auch Haschisch genannt, hat sich der mittlere THC-Gehalt in etwa verdreifacht und bei Cannabisblüten fast verdoppelt.

„Möglicherweise ist mit der Zunahme des durchschnittlichen THC-Gehalts auch eine Zunahme der Ge­sundheitsgefahren für die Konsumierenden verbunden. Das müssen weitere Untersuchungen klären“, sagte der Studienleiter Jakob Manthey, der im Zentrum für interdisziplinäre Suchtforschung der Univer­sität Hamburg (ZIS) und an der Technischen Universität Dresden forscht.

Die Forscher weisen aber daraufhin, dass die Studie nicht kläre, inwiefern der Anstieg des Cannabiskon­sums auch durch den in einigen europäischen Ländern erlaubten medizinischen Gebrauch erklärbar sei. © hil/aerzteblatt.de

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