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Corona-Antikörper­schnelltests: KV Nordrhein mahnt kritische Haltung an

Mittwoch, 20. Oktober 2021

/Parilov, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNO) hat davor gewarnt, Antikörperschnell­tests zur Bestimmung des Immunstatus gegen SARS-CoV-2 überzubewerten. „Wir erleben gerade, dass sich rund um das Coronavirus Geschäftsmodelle entwickeln, die man definitiv einer genaueren Betrach­tung unterziehen sollte“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann.

„Vielerorts werden so genannten Antikörperschnelltests für etwa 19 Euro beworben, durch die Bürgerin­nen und Bürger in bestimmten Apotheken angeblich ihren Immunstatus bestimmen lassen können“, er­läuterte er. Diese Schnelltests seien aber nur sehr begrenzt aussagefähig.

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„Die Vielzahl an unterschiedlichen Testformaten mit unterschiedlicher Spezifität und Sensitivität lassen bisher keinerlei gesicherte Aussagen über die genaue Höhe des Antikörperwertes zu. Außerdem besteht auch noch Unklarheit, wo ein Grenzwert zu ziehen ist“, so Bergmann.

Ein Antikörpertest ist laut Robert Koch-Institut (RKI) eher dazu geeignet, eine bereits durchgemachte Infektion mit dem Coronavirus nachzuweisen, aber nicht, um den exakten Immunstatus nach erfolgten Impfungen bestimmen zu können. Solche Antikörperschnelltest schaffen laut KV daher eher Verunsi­che­rung als einen erkennbaren medizinischen Nutzen.

„Als praktizierender Hausarzt würde ich meine Patienten, die mit einem solchen Schnelltestergebnis in meine Praxis kommen, sagen, dass sie diese 19 Euro deutlich besser hätten anlegen können. Als Begrün­dung für eine sofortige Auffrischungsimpfung würde ich den Schnelltest jedenfalls nicht gelten lassen“, sagte Carsten König, stellvertretender KV-Vorstandsvorsitzender.

„Ebenso wie Impfungen gehören aus unserer Sicht auch entsprechende Beratungsleistungen einzig und allein in die ärztliche Praxis“, betonte Bergmann. Er rief die Politik auf, „sich grundsätzlich Gedanken da­rüber zu machen, wie unsere Ärztinnen und Ärzte künftig aussagekräftige und qualitativ hochwertige Antikörpertests anbieten und auch abrechnen können“. © hil/aerzteblatt.de

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