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Analyse: 2020 keine oder nur geringe Übersterblichkeit in Deutschland

Donnerstag, 21. Oktober 2021

/MQ-Illustrations, stock.adobe.com

Duisburg – Laut einer Analyse der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) gab es im Gesamtjahr 2020 keine oder nur eine geringe statistische Übersterblichkeit in Deutschland, auch wenn es etwa 34.000 Todesfälle gab, die mit COVID-19 assoziiert werden.

Das Expertenteam hatte die Zahl der Sterbefälle in Deutschland, Spanien und Schweden der Jahre 2016 bis 2020 analysiert und jeweils länderspezifisch mittels zweier verschiedener Rechenmethoden Über­sterb­lichkeitsquoten errechnet.

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Beim ersten Rechenmodell auf Basis der wöchentlichen Mortalitätsraten der Jahre 2016 bis 2019 ergab sich für Deutschland eine leichte statistische Untersterblichkeit von 2,4 Prozent. Unter Einbeziehung einer anzunehmenden steigenden Lebenserwartung errechneten die Wissenschaftler eine Übersterblich­keit von 0,9 Prozent.

Die Rechenmodelle ergaben eine Übersterblichkeit von 14,8 Prozent für Spanien (bezüglich der Ansätze ergaben sich hier keine Unterschiede), während sie in Schweden drei Prozent beziehungsweise acht Prozent betrug.

„Durch den Fokus auf die Übersterblichkeit vermeiden wir Probleme, die sich sonst aus den beträchtli­chen Unterschieden ergeben würden, die weltweit bei der Definition von COVID-19-Todesfällen gemacht werden“, betonte Erstautor Bernd Kowall vom Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epide­miologie (IMIBE) am Universitätsklinikum Essen.

Dass zwar gemäß den Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2020 etwa 34.000 durch oder mit COVID-19 Verstorbene in Deutschland verzeichnet wurden, man aber keine oder nur eine geringe Über­sterblichkeit errechnen konnte, könnte laut UDE mehrere Ursachen haben.

So habe es 2019/2020 und 2020/2021 zwei Winter hintereinander gegeben, in denen kaum Menschen an der saisonalen Influenza (Grippe) gestorben sind. Zudem könnten auch indirekte Effekte der bundes­weiten Pandemiemaßnahmen eine Rolle spielen – die Zahl der Verkehrstoten ging beispielsweise wäh­rend des ersten Lockdowns deutlich zurück.

Zudem zeigt die Analyse, unabhängig vom Rechenmodell, für die Kalenderwochen ab Anfang November 2020 – und somit für die Zeit der zweiten Coronawelle – deutlich über dem erwartbaren Niveau liegende Sterberaten. In der letzten Jahreswoche betrug die von den Wissenschaftlern errechnete Übersterblich­keit auch ohne Einbeziehung des Lebenserwartungsfaktors 23,8 Prozent. © aha/aerzteblatt.de

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