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Politik

Heilmittel: Weg frei für die Videobehandlung

Donnerstag, 21. Oktober 2021

/Gorodenkoff, stock.adobe.com

Berlin – Heilmittelbehandlungen wie Sprach- und Ergotherapie können bisher abgesehen von den zeit­lich befristeten Coronasonderregelungen ausschließlich in der Praxis der Therapeuten oder im häusli­chen Umfeld stattfinden. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat es nun mit einer Änderung der Heilmittelrichtlinien ermöglicht, dass Heilmittelleistungen zukünftig auch telemedizinisch erbracht werden können.

Welche der konkreten verordnungsfähigen Heilmittel geeignet sind, sollen der GKV-Spitzenver­band und die Spitzenorganisationen der Heilmittelerbringer bis Ende 2021 vertraglich festlegen. Das hatte das „Gesetzes zur digitalen Modernisierung von Versorgung und Pflege“ vorgegeben.

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Sofern keine medizinischen Gründe gegen eine telemedizinische Versorgung sprechen, sollen sich The­ra­peut und Patienten gemeinsam besprechen, ob Behandlungseinheiten auch per Video erbracht werden soll. Dies ist für beide Seiten freiwillig und ein Wechsel zu einer Behandlung in Präsenz jederzeit mög­lich, heißt es vom G-BA.

„Gerade im ländlichen Raum kann die Videobehandlung dazu beitragen, lange Fahrtwege einzusparen“, sagte Monika Lelgemann, unparteiisches Mitglied des G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Ver­anlasste Leistungen. Sie betonte aber auch, sie sehe die vom Gesetzgeber vorgenommene Kompetenz­ver­lagerung nach wie vor kritisch.

„Statt eines transparenten Beratungsverfahrens beim G-BA sollen nun Verträge definieren, welche Heil­mittel und welche Therapiesituation für eine Videobehandlung geeignet sind“, bemängelt sie.

Werde die Videotherapie nicht sachgerecht angewendet, könne es zu schwerwiegenden negativen Effek­ten in der Patientenversorgung kommen. „Genau das hätte der G-BA mit seinen Verfahren unter wissen­schaft­licher Begleitung verhindert – Vertragsverhandlungen können das nicht leisten.“

Die regelhafte Möglichkeit für eine telemedizinische Heilmittelbehandlung besteht erst dann, wenn die Beschlüsse zur Änderung der Heilmittel-Richtlinien für die vertragsärztliche und vertragszahnärztliche Versorgung in Kraft getreten sind und der GKV-Spitzenverband mit den Spitzenorganisationen der Heil­mittelerbringer entsprechende bundeseinheitliche Verträge geschlossen hat.

Voraussetzung ist, dass das Bundesministerium für Gesundheit keine rechtlichen Einwände gegen die heutigen Beschlüsse hat. © may/EB/aerzteblatt.de

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