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Medizin

Pflegeheime: Ansätze für eine bessere Arzneimitteltherapie­sicherheit

Freitag, 22. Oktober 2021

/picture alliance, Zoonar, Robert Kneschke

Berlin – Polypharmazie und dabei insbesondere die Einnahme von potenziell inadäquater Medikation und von Neuroleptika beeinträchtigen die Arzneimitteltherapiesicherheit in Pflegeheimen. Auch unzu­reichend verzahnte interprofessionelle Abläufe in den Heimen tragen dazu bei.

Das war der Ausgangspunkt für eine groß angelegte, randomisierte kontrollierte Studie, über deren Ergebnisse in der aktuellen Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes berichtet wird (DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0297).

Mithilfe einer interprofessionellen komplexen Intervention zielte die Studie darauf ab, potenziell inadä­quate Medikation zu reduzieren und die Auswirkungen auf Sturzinzidenz und Krankenhausein­weisungen zu untersuchen.

Die Intervention über 6 Monate bestand aus vier Elementen: Medikations­review durch geschulte Apothe­ker, Fortbildungen für Haus­ärzte sowie für Pflegekräfte, Toolbox zur Arzneimitteltherapiesicherheit sowie Changemanagement-Seminare für die 3 beteiligten Professionen. Die Heime in der Kontrollgruppe führ­ten ihre bisherige Versorgung fort.

Die Ergebnisse der Studie waren allerdings ernüchternd. In den Interventionsheimen führten diese Maß­nahmen nicht zu einer geringeren Verordnung von potenziell inadäquater Medikation und/oder Neuro­lep­tika. Auch bei der Zahl der Sturzereignisse und der Krankenhauseinweisungen zeigten sich keine we­sentlichen Unterschiede zwischen Interventions- und Kontrollgruppe.

Bei der Ursachenanalyse gibt es von Seiten der Autoren keine klare Zuordnung. Das komplexe Versor­gungsgeschehen in den Pflegeheimen sei bei der Planung der Intervention bereits berücksichtigt wor­den. Verwiesen wird auf die eher zögerliche Annahme der Apothekerempfehlungen durch die Hausärzte; bei der Mehrzahl der von den Apothekern vorgeschlagenen Optimierungen der Medikation hätten sie keine Änderungen vornehmen wollen.

Allerdings müssten die Hausärzte anders als die Apotheker, deren Fokus auf der Arzneimittelsicherheit liege, noch weitere Faktoren berücksichtigen – so etwa die klinische Notwendigkeit bei Fehlen besserer Alternativen, Erwartungen der Bewohner beziehungsweise Angehörigen, des Pflegepersonals und der mitbehandelnden Fachspezialisten. © tg/aerzteblatt.de

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