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Politik

Rufe nach Kampagne für Drittimpfungen werden lauter

Freitag, 22. Oktober 2021

/picture alliance, Torsten Silz

Berlin – Angesichts der steigenden Coronazahlen in Deutschland werden die Forderungen nach einer Kampagne für Drittimpfungen lauter. „Steigende Infektionszahlen im Herbst und Winter waren zu erwar­ten", erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion Christine Aschenberg-Dugnus.

Allerdings sei die Situation eine andere als vor einem Jahr, denn man könne jedem Bürger ein Impfange­bot machen. Um insbesondere gefährdete Gruppen vor einer vierten Welle zu schützen, müsse jetzt eine „Impfbooster-Kampagne“ starten.

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Auch der Chef des Zentralinstituts der Kassenärztlichen Versorgung (ZI), Dominik Stillfried, mahnte zu mehr Tempo bei den Drittimpfungen. „Derzeit lassen sich lediglich zirka 250.000 Menschen pro Woche eine Auffrischimpfungen geben“, sagte Stillfried dem Handelsblatt. Dieses Tempo sollte dringend gesteigert werden.

Bis in den Dezember seien doppelt so viele Impfungen pro Woche nötig, um alle Menschen zu erreichen, denen die Ständige Impfkommission (STIKO) die Drittimpfung empfiehlt. Diese Gruppe umfasse 4,1 Millio­nen Personen, bislang hätten allerdings nur 1,5 Millionen Personen eine Auffrischimpfung erhalten.

Die STIKO hat grundsätzlich eine Auffrischungsimpfung für Menschen ab 70 Jahren empfohlen. Dasselbe gilt für Bewohner von Altenheimen sowie Pflegepersonal. Ebenso wird die Auffrischungsimpfung für das Personal in medizinischen Einrichtungen angeraten.

„Die Politik sollte daher die Impfkampagne unterstützen, indem sie für eine aufwandsgerechte Vergütung der Impfung sorgt und endlich die Möglichkeit eröffnet, dass Patienten auch über die Auffrischungsim­pfung ärztlich aufgeklärt werden können“, forderte Stillfried. Die Impfverordnung müsse daher zügig angepasst werden.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) forderte rasche flächendeckende Booster­impfungen für Senioren. „Bei den über 80-Jährigen werden in manchen Landkreisen Inzidenzen weit jenseits der 100 gemeldet“, sagte bpa-Präsident Bernd Meurer. Deshalb müsse jetzt entschiedener ge­handelt werden, um den Schutz der besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppe aufrecht zu erhalten.

Die Bundesländer müssten für ein flächendeckendes Impfangebot durch die Hausärzte sorgen, so Meurer. „Wo das nicht funktioniert, müssen wieder mobile Impfteams eingesetzt und in die Pflegeeinrichtungen geschickt werden.“ © afp/aerzteblatt.de

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