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Medizin

USA: Waffengewalt stieg in der Pandemie deutlich an

Montag, 25. Oktober 2021

/Mercedes Fittipaldi, stockadobecom

Hershey/Pennsylvania – In den USA ist es im 1. Jahr der Pandemie zu einem deutlichen Anstieg der Waffengewalt gekommen. Die Anzahl der Delikte, Verletzten und Todesfälle hat sich im Vergleich zum Vorjahr fast um 1/3 erhöht, wie eine Analyse in Scientific Reports (2021; DOI: 10.1038/s41598-021-98813-z) zeigt. Die Forscher führen dies auf einen vermehrten Stress, zunehmende häusliche Isolierung und fehlende soziale Interaktionen im Lockdown zurück.

Ein erster Hinweis war eine Zunahme von Waffenkäufen. Allein von März bis Juni letzten Jahres hat das FBI 13,7 Millionen Anträge auf einen Waffenkauf geprüft, 42 % mehr als im Vorjahr. Die Auswirkungen zeigten sich unmittelbar in einem Anstieg der Gewalttaten.

In Philadelphia kam es bereits im März zu 141 Schießereien, der höchsten Zahl der letzten 5 Jahre. Auch in anderen Großstädten musste die Polizei häufiger wegen eines Schußwaffengebrauchs ausrücken. Der Gipfel wurde in den Sommermonaten erreicht. Die Zahl der Delikte war um mehr als 45 % höher als in den Jahren zuvor.

Das „Gun Violence Archive“ (GVA), eine regierungsunabhängige Organisation, die Polizeistatistiken aus­wer­tet, hat für den Zeitraum von März 2020 bis Ende März 2021 insgesamt 51.063 Gewalttaten ermittelt. In den 13 Monaten davor waren es nur 38.919 gewesen. Ein Anstieg um 31 %. Die Zahl der Todesfälle stieg von 16.687 auf 21.504 um 29 % und die Zahl der Verletzten von 32.348 auf 43.288 um 34 %.

In einigen Bundesstaaten wie Minnesota, Michigan und New York kam es zu einer Verdopplung der Waffen­gewalt. Nur in Alaska sankt die Zahl der Delikte.

Ein Team um Paddy Ssentongo vom Penn State Center for Neural Engineering in Hershey/Pennsylvania führt den Anstieg auf den Lockdown und Maßnahmen zur sozialen Distanzierung zurück. Auch wenn diese Maßnahmen von entscheidender Bedeutung seien, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudäm­men, müsse sich die Gesellschaft der unbeabsichtigten sozialen und wirtschaftlichen Stressoren bewusst sein, die zu Waffengewalt führen könnten, schreibt Ssentongo.

Andere Studien hatten auf einen erheblichen Anstieg von depressiven Symptomen in der Bevölkerung hingewiesen. Anders als von der Öffentlichkeit wahrgenommen, richtet sich die Waffengewalt nicht überwiegend gegen andere Menschen, sondern gegen den Waffenbesitzer selbst. Von den 36.382 Todes­fällen, die das GVA in diesem Jahr bis zum 24. Oktober registrierte, entfielen 19.602 oder 53,9 % auf Suizide. Ssentongo hat den Einfluss auf die Suizidhäufigkeit in der Studie nicht gesondert untersucht. © rme/aerzteblatt.de

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