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Medizin

Colitis ulcerosa: „Shutdown“ im Gehirn könnte psychische Symptome erklären

Freitag, 26. November 2021

/Anatomy Insider, stock.adobe.com

Mailand – Die Störung der Darmbarriere, zu der es bei der Colitis ulcerosa kommt, veranlasst einen „Shutdown“ des Plexus choroideus, über den normalerweise Nährstoffe und Immunzellen ins Gehirn gelangen.

Die in Science (2021; DOI: 10.1126/science.abc6108) vorgestellten Ergebnisse könnten erklären, warum viele Patienten mit Colitis ulcerosa unter psychischen Problemen leiden.

Über den Darm gelangen nicht nur Nährstoffe in den Körper. Er enthält auch Bakterien, die vom Ein­dringen in die Pfortader abgehalten werden müssen. Diese Aufgabe übernimmt vermutlich eine Darm-Gefäß-Barriere (“gut-vascular barrier“, GVB), die ein Team um Maria Rescigno von der Humanitas Universi­tät Mailand vor einigen Jahren entdeckt hat. Diese GVB hat Ähnlichkeiten mit der Blut-Hirn-Schranke, die das Gehirn vor Krankheitserregern und Schadstoffen schützen soll.

Die GVB ist bei entzündlichen Darmerkrankungen wie der Colitis ulcerosa und dem Morbus Crohn gestört. Dies könnte erklären, warum viele Patienten auch unter Erkrankungen anderer Organe leiden. Bei der Colitis ulcerosa werden häufig psychische Symptome wie Ängstlichkeit und Depressionen be­schrie­ben. Diese lassen sich als Reaktion auf die Belastungen durch die chronische Erkrankung deuten. Die italienischen Forscher haben jedoch eine andere Erklärung gefunden.

Sie betrifft eine Barriere im Plexus choroideus. Die Gefäßknäuel, die in die Hirnventrikel ragen, sind nicht nur für die Produktion des Liquors zuständig. Sie ermöglichen es auch anderen Substanzen, die norma­ler­weise von der Blut-Hirn-Schranke zurückgehalten werden, über den Umweg des Liquors ins Gehirn zu gelangen.

Die Experimente, die das Team um Rescigno an Mäusen durchgeführt hat, zeigen nun, dass der Plexus choroideus in einer Gefahrensituation „dicht“ machen kann. Dieser „Shutdown“ der Gefäßbarriere im Plexus choroideus könnte wiederum für die psychischen Symptome verantwortlich sein.

Mäuse, bei denen die Plexus choroideus-Barriere aus genetischen Gründen gestört ist, zeigten in den Experimenten Verhaltensstörungen, die laut Rescigno mit den psychischen Begleitsymptomen der Colitis ulcerosa vergleichbar sind. © rme/aerzteblatt.de

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