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Wochenendproteste: Klimakrise und soziale Gerechtigkeit

Montag, 25. Oktober 2021

/picture alliance, Annette Riedl

Berlin – Tausende Menschen haben über das ganze Wochenende für eine bessere Klimapolitik und sozia­le Gerechtigkeit in Berlin demonstriert. Einige von ihnen leisteten zu diesem Zweck zivilen Ungehorsam.

Unter dem Bündnis „Gerechtigkeit Jetzt!“ hatten rund 30 verschiedene Gruppen und Bewegungen zu un­ter­schiedlichen Aktionen aufgerufen. Mit den Veranstaltungen will die Bewegung Druck machen bei den laufenden Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP auf Bundesebene.

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Tausende Teilnehmende kamen zum Auftakt zum Klimaprotestmarsch von Fridays for Future, an dem sich in Berlin laut den Veranstaltern rund 20.000 Menschen beteiligten. Gestern zogen Hunderte Menschen mit unterschiedlichen Anliegen durch Berlin-Mitte. Mobilisiert hatte das Bündnis „Solidarisch geht an­ders“. Die Organisatoren sprachen von rund 1.000 Teilnehmern, die Polizei nannte zunächst keine Zahlen. Angemeldet waren ursprünglich 500 Menschen.

Mit dabei hatten die Protestierenden einen selbstgebastelten Wagen in Form des Klimaziels „1,5°“. Das Pariser Klimaabkommen definiert diese Gradzahl als Wert, um den sich die globale Temperatur aufgrund des menschengemachten Treibhausgasausstoßes maximal erwärmen darf. Daneben ging es den Protes­tierenden aber auch um Themen wie Afghanistan, Pflegekrise und andere soziale Ungerechtigkeiten.

Am Vortag hatten Aktivisten im Rahmen der Aktionstage einen Teil der Baustelle der A100 im Berliner Süden besetzt. Die Polizei begann nach einigen Stunden mit der Räumung der Bau­stelle. Zuvor hatte der Bauverantwortliche Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt.

Bis in die Nacht hinein verblieben laut Polizeiangaben viele der Protestierenden in Polizeigewahrsam, wo ihre Personalien aufgenommen wurden. Erst danach durften sie gehen. Einer Polizeisprecherin zufol­ge hatten sich einige von ihnen die Fingerkuppen verklebt, um die Abnahme von Fingerabdrücken schwe­rer zu machen. Mit der Aktion wollte das Bündnis auch auf die angespannte Wohnungslage in vielen Ballungsgebieten aufmerksam machen.

Im Laufe des Samstagnachmittags versammelten sich zudem Mitglieder der Tierrechtsbewegung „Animal Rebellion“ zu einer weiteren Protestaktion vor der Parteizentrale der Grünen in Berlin-Mitte. Mit einer Gitterkonstruktion blockierten sie den Eingang zum Gebäude.

Fenster klebten sie mit gelbem Absperrband ab. Sie schwenkten Fahnen und riefen unter anderem dazu auf, die „Tierindustrie“ zu „entmachten“. Auch auf einem Balkon des Gebäudes hielten sich Bildern in den sozialen Medien zufolge Protestierende auf.

Dem Bündnis „Gerechtigkeit Jetzt!“ gehören mehr als 30 soziale Bewegungen an. Zu deren Themen gehören Mietenpolitik, Agrarreformen, Klimagerechtigkeit oder Rassismus. © dpa/aerzteblatt.de

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