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Ausland

Britische Regierung will Rückstau im Gesundheitswesen abbauen

Montag, 25. Oktober 2021

/picture alliance, Hannah Mckay, PA Wire

London – Die britische Regierung will mit zusätzlichen Investitionen den eklatanten Rückstau an Be­hand­lungen und Operationen im englischen Gesundheitswesen abbauen. „Wir wollen die Gesundheits­ver­sorgung wieder auf Kurs bringen und sicherstellen, dass niemand auf lebensnotwendige Tests oder Behandlungen warten muss“, sagte Finanzminister Rishi Sunak einer Mitteilung zufolge, die vor den am kommenden Mittwoch erwarteten Haushaltsplänen veröffentlicht wurde.

Sechs Milliarden Pfund (umgerechnet rund 7,1 Milliarden Euro) sollen in neue Diagnostikzentren und weitere Aufstockungen fließen, damit deutlich mehr Untersuchungen und Behandlungen stattfinden können. Mehr als ein Drittel der angekündigten Mittel sollen in neue Technologien und datengestützte Systeme fließen, um die Effizienz und Sicherheit des Dienstes zu erhöhen.

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Die Wartelisten für Behandlungen und Operationen hatten im englischen Gesundheitsdienst während der Pandemie immer neue Höchststände erreicht. Der Krankenhausverband NHS Providers begrüßte die angekündigten Investitionen, wies aber auf den massiven Personalmangel hin, der dadurch nicht gelöst werde.

Die britische Regierung lehnt trotz rapide steigender Coronafallzahlen eine Wiedereinführung von Coro­namaßnahmen bislang ab. Selbst für den vorbereiteten Plan B mit vergleichsweise seichten Maßnahmen wie Maskenpflicht in Innenräumen oder Impfnachweisen bei Großveranstaltungen sei noch nicht die Zeit gekommen, betonen verschiedene Minister. Die Inzidenz in Großbritannien lag zuletzt bei 482 (Stand: 19. Oktober).

Eine weitere Baustellein in Großbritannien ist der Pflegemangel. Der hat sich einem Bericht zufolge durch den Brexit verschärft. Vor allem Behinderte, die Hilfe bei alltäglichen Aufgaben brauchen, haben Probleme, entsprechende Pflegekräfte zu finden, wie der Observer berichtete. „Normalerweise rekrutieren wir mehr als 100 (Pflegekräfte) pro Jahr. Jetzt sind es um die 50“, sagte Peter Henry von der Organisation Origin, die Pflegekräfte für Menschen mit Wirbelsäulenleiden vermittelt. Seit Juli habe sich die Situation dramatisch verschärft.

Henry führt das auf das Ende der Bewerbungsfrist für das Settlement Scheme zurück. Das Programm soll EU-Bürgern, die bereits vor dem Brexit im Land gelebt haben, weitgehend die gleichen Rechte gewähren wie zuvor.

Nach dem Brexit können Beschäftigte aus der EU ansonsten nicht mehr ohne Visum in Großbritannien arbeiten. Dieses muss von einem Arbeitgeber befürwortet werden. Viele der Pflegekräfte, die bei Behinderten leben und diese pflegen, kommen den Organisationen zufolge aus dem Ausland.

Mittlerweile müsse man regelmäßig Anträge zurückweisen, so Peter Henry. Auch Katy Etherington, die die Datenbank für persönliche Pflegekräfte PA Pool betreibt, berichtete der Zeitung, britische Bewerber könnten die fehlenden europäischen Kräfte nicht ausgleichen.

Die Organisation Disable People Against Cuts hatte bereits vor Monaten von der Regierung gefordert, flexiblere Einwanderungsregeln für die Branche einzuführen. Die Regierung lehnt dies bislang ab. © dpa/aerzteblatt.de

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