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Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der Vitiligo erschienen

Montag, 25. Oktober 2021

/shurkin_son, stock.adobe.com

Berlin – Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) hat zusammen mit anderen Fachgesellschaf­ten und Patientenvertretern eine S1-Leitlinie zur Vitiligo, auch „Weißfleckenkrankheit“ genannt, erstellt.

Vitiligo ist eine häufige und chronische autoimmun verursachte Hauterkrankung. Weltweit sind laut der Fachgesellschaft 0,5 bis ein Prozent aller Menschen betroffen. Die Vitiligo führt zu bleibenden weißen Flecken auf der Haut und belastet die Psyche der Betroffenen laut den Autoren der Leitlinie oft stark.

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„Vitiligo ist eine ernstzunehmende Krankheit. Patienten sollten keinesfalls mit dem Hinweis ‚das ist nur kosmetisch‘ abgewiesen werden“, betonte Markus Böhm, leitender Oberarzt an der Klinik für Haut­krank­heiten am Universitätsklinikum Münster und Koordinator der Leitlinie.

Zur Behandlung fasst die Leitlinie die wichtigsten Empfehlungen zusammen. Bei einer limitierten Vitiligo mit einem Befall von weniger als drei Prozent der Körperoberfläche seien zum Beispiel für Kinder und Erwachsene topische Kortikosteroide das Mittel der ersten Wahl. Außerdem seien Phototherapien eine wichtige Therapiesäule der Vitiligo.

Die Leitlinie empfiehlt in erster Linie Schmalband UVB zur Ganzkörperbestrahlung, da diese zweimal bis dreimal pro Woche durchzufüh­rende Bestrahlung die am besten untersuchte und dokumentierte Thera­pie sei. Sie soll vor allem bei Patienten angewendet werden, bei denen wegen der Ausdehnung der Viti­ligo eine topische Therapie nicht mehr praktikabel ist.

„Ein möglichst frühzeitiger Therapiebeginn ermöglicht zwar keine Heilung, kann aber das Fortschreiten der Vitiligo aufhalten“, erklärte Peter Elsner, Beauftragter für die Öffentlichkeitsarbeit der DDG.

Die Leitlinienautoren weisen zudem daraufhin, dass an Vitiligo Erkrankte häufiger als andere Menschen unter assoziierten Autoimmunerkrankungen leiden, zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen und kreis­rundem Haarausfall.

Die Leitlinie empfiehlt daher, einmal jährlich TSH- sowie TPO- und TG-Antikörper zu bestimmen, um die Schilddrüsenfunktion zu prüfen. Die Arbeit an der Leitlinie wurde aus Mitgliedsbeiträgen des Deutschen Vitiligo-Vereins finanziell unter­stützt. © hil/aerzteblatt.de

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