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Ausland

Papua-Neuguinea vor Coronakatastrophe

Dienstag, 26. Oktober 2021

Ein Soldat lässt sich in Port Moresby mit einem chinesischen Coronaimpfstoff impfen. /picture alliance, Xinhua News Agency, Chinese Ambassy to Papua New Guinea

Port Moresby – Papua-Neuguinea steuert nach Ansicht von Experten auf eine Coronakatastrophe zu. Die Infektionszahlen in dem Pazifikstaat sind zuletzt dramatisch gestiegen – während gleichzeitig weniger als ein Prozent der neun Millionen Einwohner vollständig gegen das Virus SARS-COV-2 geimpft ist.

Im Port Moresby General Hospital sei die Leichenhalle mittlerweile restlos überfüllt, berichtete der Sen­der Radio New Zealand heute. Dort stapelten sich rund 300 Leichen, während die Räumlichkeiten nur für maximal 60 Tote angelegt seien.

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Der Chef der Pandemiebekämpfung in Papua-Neuguinea, David Manning, habe nun ein Massenbegräbnis von 200 Leichen gestattet, um die Situation zu entschärfen. Berichten zufolge soll die Beerdigung noch in dieser Woche stattfinden.

Trotz der eskalierenden Lage wollten die Behörden aber derzeit noch keinen Lockdown anordnen und setzten stattdessen auf „eine wirksame medizinische Reaktion“ und die Impfkampagne, so die örtliche Zeitung The National heute.

Jedoch sei das Gesundheitssystem extrem schwach, hinzu komme eine weit verbreitete Impfskepsis, gepaart mit der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante, teilte das Rote Kreuz mit.

Die Fallzahlen in dem nur 160 Kilometer nördlich von Australien liegenden Staat sind in den vergange­nen Wochen massiv angestiegen. Beobachter glauben, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist.

„Es gibt wenig Tests, aber was es gibt, zeichnet ein wirklich schreckliches Bild“, heißt es beim medizini­schen Forschungsinstitut Burnet Institute. Von den 1.848 Tests, die zwischen dem 27. September und dem 3. Oktober landesweit durchgeführt wurden, seien 82 Prozent positiv ausgefallen.

Mittlerweile würden sieben von zehn Personen, die sich im größten Krankenhaus von Port Moresby mit Symptomen vorstell­ten, positiv getestet. © dpa/aerzteblatt.de

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