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Medizin

Pandemie führte zum Rückgang von Legionellosen

Mittwoch, 27. Oktober 2021

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der Erkrankungen durch Legionellabakterien ist in Deutschland im letzten Jahr erst­mals seit der Einführung der Meldepflicht deutlich gesunken. Mitarbeiter des Robert-Koch-Instituts (RKI) führen dies im Epidemiologischen Bulletin (2021; 42: 3-17) auf den Rückgang der reiseassoziierten Infektionen im ersten Pandemiejahr zurück.

Die Meldepflicht für die Legionärskrankheit wurde mit dem Infektionsschutzgesetz (IfSG) im Jahr 2001 eingeführt. In den letzten Jahren hatte sich die Zahl der Meldungen von 692 Fällen im Jahr 2010 auf 1.548 Fälle im Jahr 2019 mehr als verdoppelt.

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Der Grund für den Anstieg ist unklar. Eine mögliche Erklärung ist eine erhöhte Sensibilität des medizinischen Personals. Experten schätzen, dass nur jede 15. bis 30. Infektion erkannt wird. Die Legionärskrankheit ist nur nur eine mögliche Ursache einer schweren Pneumonie. In vielen Fällen verzichten die Ärzte auf die Ermittlung der Ursache.

Im Jahr 2020 kam es zu einer Abnahme um 17 % auf 1.281 Fälle. Der Rückgang dürfte nach der Analyse von Bonita Brodhun und Udo Buchholz vom Robert-Koch-Institut mit der Abnahme der (Fern)-Reisen zusammenhängen. Legionellen werden häufig in Hotels übertragen, deren Trinkwassersystem anders als in Deutschland nicht regelmäßig auf Legionellen überprüft wird.

Die Keime vermehren sich vor allem in älteren Anlagen, in deren Leitungen sich ein Biofilm gebildet hat, wo die Keime gut gedeihen, wenn in „toten“ Leitungen nicht regelmäßig Wasser gezapft wird. Ein Tourist, der am Urlaubs­ort vielleicht ausgiebiger als zuhause duscht und mit dem Wasserdampf die Bakterien einatmet, kann sich infizieren.

Der Anteil der reiseassoziierten Infektionen liegt in Deutschland bei etwa einem Fünftel. Im Jahr 2020 kam es hier zu einem Rückgang um 60 %. Besonders deutlich sanken die Meldungen während der ersten Welle im Frühjahr 2020, die in Deutschland mit Reiseeinschränkungen verbunden war. Nach deren Aufhe­bung kam es im Sommer zu einer Zunahme.

Die Zahl der reiseassoziierten Erkrankungen erreichte jedoch auch in den Sommermonaten 2020 höchstens die Hälfte der Vorjahreswerte. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass die meisten Menschen ihren Urlaub im Inland verbrachten, wo das Infektions­risiko geringer ist.

Reiseassoziierte Infektionen sind übrigens mit einem geringen Sterberisiko verbunden. Die Letalität lag in den letzten 10 Jahren nur bei 2,6 %. Infektionen im privaten Umfeld führten bei 5,2 % der Patienten zum Tod. In Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern verliefen Legionellosen mit 9,4 % und 11,1 % häufiger tödlich. © rme/aerzteblatt.de

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