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Medizin

Diagnosen in Echtzeit: Neues Faserendoskop für die Gewebediagnostik

Mittwoch, 1. Dezember 2021

Die flexible Fasersonde für minimalinvasive Untersuchungen./Sven Döring, Leibniz-IPHT

Jena – Die Kombination aus 3 Bildgebungstechniken in einem Endoskop ermöglicht es zukünftig, Tumor­ränder bereits während der Operation eindeutig zu erkennen. Das optische Schnellverfahren mit KI-ge­stützter Auswertung soll die multimodale Gewebediagnostik erheblich vereinfachen.

Mit der steigenden Prävalenz von Malignomen steigt auch die Nachfrage nach effektiven Tools zur histo­pathologischen Befundung von Tumorrändern. Nach herkömmlichen Verfahren können unter Um­ständen mehrere Tage vergehen bis Patienten erfahren, ob eine Krebsoperation erfolgreich war, oder nicht. Daher besteht ein großer Bedarf an neuartigen, nicht-invasiven und markierungsfreien Bildge­bungs­modalitäten zur in vivo Gewebedifferenzierung in Echtzeit.

Gewebedifferenzierung in Echtzeit

Mit dem in Light: Science & Applications vorgestellten Faserendoskop sollen künftig Tumorränder schon während der Operation direkt im Körperin­neren sichtbar gemacht werden. „Das Endoskop bietet das Po­tenzial, schnell und zuverlässig zwischen gesundem und krankem Gewebe zu unterscheiden — und das in vivo, also in einer minimalinvasiven Untersuchung, bei der die Sonde direkt auf das verdächtige Gewebe aufsetzt“, erläuterte Jürgen Popp, Leiter des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena.

Die Sonde basiert auf einen multimodalen Faser, der vom Gewebe sowohl morphologische als auch bio­chemische Informationen darstellen kann. Das neue Device ermöglicht die Unterscheidung von malig­nem und gesundem Gewebe mit hoher Sensitivität und Spezifität, so die Einschätzung des Experten.

Interdisziplinäre Forschungsarbeit

Das interdisziplinäre Forschungsteam umfasste Forscher vom Leibniz-IPHT, von der Friedrich-Schiller-Universität und des Universitätsklinikums Jena sowie des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF).

Das zugrundeliegende Forschungsprojekt mit dem Titel „CDIS Jena — Cancer Diagnostik Imaging Solution Jena“ wurde gefördert von BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung), von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft (TMWWDG).

Wissenschaft und Wirtschaft vernetzt

Das interdisziplinäre Forschungsteam aus Jena hat mit weiteren Kooperationspartnern aus der Mikroop­tikwirtschaft, ultrakompakte optische Konzepte entwickelt und in dem neuartigen Faserendoskop kom­biniert.

„Unser Know-How auf dem Gebiet endomikroskopischer Sonden, welches wir jetzt auch auf den Einsatz miniaturisierter Scanner mit entsprechender Ansteuerung und Bildverarbeitungssoftware ausgedehnt haben sowie die Kompetenz des Leibniz-IPHT bei der Entwicklung mikrostrukturierter Glasfasern haben sich ideal ergänzt“, sagte Bernhard Messerschmidt von der Firma Grintech, die sich Ende 1999 als Spin-off des Jenaer Fraunhofer Instituts für Angewandte Optik und Feinmechanik gründete. © cw/aerzteblatt.de

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