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Medizin

USA: Zunahme des alkoholischen Leberversagens in der Pandemie

Donnerstag, 28. Oktober 2021

/yodiyim, stock.adobe.com

Ann Arbor/Michigan – Der zunehmende Alkoholkonsum während der Pandemie hat in den USA bereits zu einer steigenden Nachfrage nach Lebertransplantationen geführt. Laut einer Studie in JAMA Network Open (2021; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.31132) haben sowohl die Anmeldungen auf der Warteliste als auch die Transplantationen wegen einer alkoholischen Hepatitis zugenommen.

Während sich die Folgen eines hohen Alkoholkonsums bei den meisten Patienten erst nach vielen Jah­ren in einer Leberfibrose und Leberzirrhose (oder auch einem Leberkrebs) zeigen, kann eine alkoholische Hepatitis innerhalb kurzer Zeit zum Leberversagen führen.

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Frühere Studien hatten ergeben, dass die Verkäufe von alkoholischen Getränken während der Pandemie stark zugenommen haben. Wirtshäuser und Bars waren während des Lockdowns zwar geschlossen, es wird aber offenbar mehr im privaten Umfeld getrunken.

Ein Team um Jessica Mellingerv von der Universität von Michigan in Ann Arbor kann jetzt zeigen, dass die Häufigkeit eines Leberversagens aufgrund einer alkoholischen Hepatitis zugenommen hat. In den ersten Wochen nach Beginn der Pandemie war es noch zu einem Rückgang der Anfragen bei „United Network for Organ Sharing“ (UNOS) und bei den Lebertransplantationen gekommen. Danach stiegen die Zahlen sprunghaft an. Zwischen März 2020 und Januar 2021 wurde bei 227 von 9.311 Neuanmeldungen (2,4 %) auf der Warteliste eine alkoholische Hepatitis als Grund genannt. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 138 von 9.638 Registrierungen (1,4 %) gewesen.

Ohne die ersten Wochen, in denen die Zahlen sanken, ermittelt Mellingerv einen Anstieg der Registrie­rungen um 59,5 % und der Transplantationen um 62,0 %. Beide Anstiege korrelierten mit den Verkaufs­zahlen von alkoholischen Getränken im Einzelhandel. Ein Anstieg der Registrierungen und Transplan­tationen wegen einer alkoholischen Leberzirrhose war erwartungsgemäß (noch) nicht nachweisbar. © rme/aerzteblatt.de

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