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Medizin

Studie: Sehstörungen könnten Depressionen auslösen

Mittwoch, 1. Dezember 2021

/fizkes, stock.adobe.com

Ann Arbor/Michigan – Sehstörungen im mittleren Lebensalter sind möglicherweise ein bisher überse­hener Risikofaktor für Depressionen. In einer prospektiven Beobachtungsstudie in Menopause (2021; DOI: 10.1097/GME.0000000000001880) klagten Frauen im mittleren Lebensalter häufiger über depres­sive Symptome, wenn bei der Eingangsuntersuchung Sehstörungen nachgewiesen worden waren.

Die „Study of Women’s Health Across the Nation“ (SWAN) begleitet seit Ende der 90er Jahre eine Gruppe von Frauen, die zu Beginn der Studie mit etwa 50 Jahren am Beginn ihrer Wechseljahre waren. Das Ziel der Studie ist, den Einfluss der hormonellen Umstellung auf die Gesundheit zu untersuchen.

Zu den Schwerpunkten gehören Risikofaktoren für Depressionen, die bei Frauen in diesem Alter häufiger sind als bei Männern. Bei der Analyse, die Carrie Karvonen-Gutierrez von der School of Public Health der Universität von Michigan in Ann Arbor jetzt vorstellt, ging es allerdings nicht um die Einflüsse der Hormone auf das Gemüt.

Zu Beginn der Studie war bei 226 Teilnehmerinnen auch ein Sehtest durchgeführt worden. Er ergab, dass mehr als die Hälfte (53,5 %) eine leichte Störung der Sehstärke von 20/30 bis 20/60 hatten. Dies bedeutet, dass die Betroffenen Dinge in 20 Metern Entfernung so gut sehen wie Sehgesunde in 30 bis 60 Metern. Insgesamt 8,0 % hatten einen Visus von 20/70, der bereits eine mittelstarke Einschränkung bedeutet.

Karvonen-Gutierrez und Mitarbeiter fanden heraus, dass die Frauen mit leichter und mittelschwerer Sehschwäche bei den 6 jährlichen Nachuntersuchungen zu 68 % häufiger über depressive Gefühle berichteten (Hazard Ratio 1,68; 95-%-Konfidenzintervall 0,97 bis 2,90). Frauen mit stärkeren Sehstö­rungen waren sogar mehr als doppelt so häufig betroffen wie Sehgesunde (Hazard Ratio 2,55; 1,13-5,75).

Ein Teil der Probleme war möglicherweise auf die Grunderkrankungen zurückzuführen, die zu der Seh­störung geführt hatten. Nach einer weiteren Adjustierung auf Diabetes, Hypertonie und Osteoarthritis waren die Assoziationen nicht mehr statistisch signifikant.

Das Sehen ist neben dem Hören der wichtigste Sinn für die Kommunikation mit anderen Menschen. Störungen können hier zu Einschränkungen führen, die sich negativ auf das Gemüt auswirken und langfristig psychischen Störungen Vorschub leisten. Viele Sehstörungen lassen sich behandeln, so dass der Besuch beim Optiker oder Augenarzt eine präventive Wirkung haben könnte. © rme/aerzteblatt.de

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