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Politik

Pflege und Intensivstationen: Warnungen vor Überlastung

Donnerstag, 28. Oktober 2021

/rbb, Carl Gierstorfer

Berlin – Angesichts der stark steigenden Coronazahlen nehmen die Warnungen unter anderem aus Ärzte­schaft und Politik vor einer zunehmender Überlastung in der Pflege und auf den Intensivstationen zu.

SPD-Gesundheitspolitikerin Claudia Moll, selbst ausgebildete Altenpflegerin, sagte heute im ARD-„Mor­genmagazin“, der Druck auf die Pflegekräfte nehme immer weiter zu. Das System funktioniere nur durch eine Überlastung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die oft früher kämen und länger blieben, um alle Aufgaben bewältigen zu können.

Ebenfalls im ARD-„Morgenmagazin“ beklagte der frühere Chef des Intensivmedizinerverbands DIVI, Uwe Janssens, zunehmende Probleme auf den Stationen. Das liege auch daran, dass die oft versprochenen Verbesserungen bei Arbeitsbedingungen und Bezahlung weiterhin auf sich warten ließen. Die Probleme seien seit Jahren bekannt. Hinzu komme eine „Müdigkeit“ nach 19 Monaten Corona.

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, warnte in der Augsburger Allgemeinen heute vor einer Überlastung der Kliniken durch ungeimpfte Coronapatienten: „Wer sich jetzt nicht impfen lässt, obwohl er es machen könnte, riskiert sein Leben und das seiner Mitmenschen. Das Pflegepersonal der Intensivstationen und die Ärzte arbeiten längst am Anschlag.“

Viele hätten die Arbeit im Intensiv­bereich aufgegeben oder dächten darüber nach, ergänzte Montgomery, „auch weil sie es Leid sind, sich für die Unvernunft von Impfgegnern abzurackern“.

Auch der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, warnte im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einer Überlastung der Intensivstationen. Er sprach von einer „kriti­schen Situation der Pandemie“. Innerhalb einer Woche sei die Zahl der Patienten deutlich gestiegen, die mit einer COVID-Erkrankung in Kliniken versorgt werden müssten. Bald könne es wieder soweit sein, dass man nicht ganz so dringliche Operationen verschieben müsse.

Das Robert-Koch-Institut meldete heute über 28.000 neue Coronafälle, fast 12.000 mehr als vor einer Woche. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist auf über 130 gestiegen. Vor einer Woche lag sie bei 85,6. © kna/aerzteblatt.de

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