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Ausland

Tote und Chaos vor Notaufnahmen in England

Donnerstag, 28. Oktober 2021

/picture alliance, empics, Stefan Rousseau

London – Wegen stundenlanger Wartezeiten vor Notaufnahmen sind in England zuletzt mindestens zwei Patienten gestorben. Interne Dokumente, aus denen die Nachrichtenagentur PA heute zitierte, zeichnen ein katastrophales Bild der Situation.

In einem Brief fordert die Spitze des Nationalen Gesundheitsdienstes NHS demnach, die Schlangen von Rettungs­wagen vor Notaufnahmen zu beenden und Ambulanzen nicht mehr als zusätzliche Warteräume zu benutzen.

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Das Risiko für die Patienten sei enorm, betonten der medizinische Direktor des NHS, Ste­phen Powis, und die Chefin des NHS-Notdiensts, Pauline Philip, in dem Schreiben, aus dem PA zitierte. Eigentlich soll die Übergabe vom Rettungswagen an die Notaufnahme nicht mehr als 15 Minuten dau­ern.

Grund für die enorme Belastung sei die Coronapandemie, sagte Martin Flaherty vom Verband der Rettungsdienstleister. Notfalleinrichtungen und Ambulanzen stünden unter enormem Druck, auch wegen Abstandsregeln sowie Mitarbeitern, die sich nach Kontakt mit Infizierten isolieren mussten.

Seit April hat sich die Zahl der Wartezeiten für Rettungswagen fast verzehnfacht. Im September behan­delten Notaufnahmen 1,39 Millionen Menschen – so viele wie noch nie in einem Monat.

In der Stadt Worcester wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem ein Patient während fünfstün­diger Wartezeit in einem Krankenwagen vor der Tür des Worcestershire Royal Hospital gestorben war. In Cam­bridge starb eine Frau in einem ähnlichen Fall.

Der NHS in der Region West Midlands um Birmingham erhöhte die Risikoeinschätzung für Verzögerun­gen bei der Übergabe an Notaufnahmen erstmals in seiner Geschichte auf die höchste Stufe.

PA zitierte aus Dokumenten, laut denen ein Patient mehr als 13 Stunden von einer Krankenwagenbesat­zung versorgt werden musste. Es habe mehrere Fälle gegeben, in denen „schwere Schäden“ bei Patienten auftraten. © dpa/aerzteblatt.de

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