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Ärzteschaft

KV Nordrhein will Aufschub bei der eAU

Donnerstag, 28. Oktober 2021

/mpix-foto, stock.adobe.com

Düsseldorf/Berlin – Scharfe Kritik an der Digitalstrategie der Bundesregierung übt die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein. Der KV geht es dabei insbesondere um die elektronische Arbeitsunfähig­keits­bescheinigung (eAU).

Anfang Oktober ist die Einführung der eAU in den Praxen gestartet – wegen starker Verzögerungen bei Technik und Tests gilt die Zeit bis Ende des Jahres allerdings als Übergangsregelung, in der sich die Pra­xen schrittweise von der bisherigen Papier-AU auf die eAU umstellen sollen. Aber die Umsetzung hakt laut der KV an vielen Stellen.

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„Wir werden nun die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) dazu auffordern, sich beim Bundes­ge­sund­heitsministerium (BMG) dafür einzusetzen, dass die Übergangsregelung bis zur verbindlichen Ein­führung der eAU erst einmal bis zum Sommer kommenden Jahres verlängert wird. Bis dahin muss es den Praxen möglich sein, die bisherigen Formulare für die Papier-AU nach wie vor nutzen zu können“, sagte der KV-Vorstandsvorsitzende Frank Bergmann.

Bis dahin dürften die Praxen nicht weiterhin als „Versuchslabore“ dienen, betonte er. Die technischen Vo­raussetzungen für die eAU müssten vielmehr außerhalb des Praxisbetriebs solange gründlich geprüft werden, bis alles reibungslos funktioniere. „Erst dann darf das fertige und für gut befundene ‚Produkt eAU‘ bei den Kunden, also bei den Niedergelassenen in den Praxen, zum Einsatz kommen“, so Bergmann.

„Die Politik kann nicht zulasten von Versicherten sowie Ärzten völlig unreife Digitalisierungsprozesse komplett in die Praxen verlagern. Die Krankenkassen sind aktuell noch nicht flächendeckend in der Lage, die eAU entgegenzunehmen. Zu hoffen, dass sich das pünktlich zum Jahresstart 2022 ändert, halte ich persönlich für ein sehr riskantes Unterfangen“, ergänzte der stellvertretende KV-Vorsitzende Carsten König.

Bei der KBV stößt die KV auf offene Ohren. Sie hatte die Umsetzung der eAU bereits mehrfach bemän­gelt. „Die derzeitige, technisch vollkommen unausgereifte Einführung von eAU und eRezept zeigen, wie es eben nicht laufen darf“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Thomas Kriedel kürzlich. Die KBV spricht sich daher ebenfalls für einen Aufschub bei der Einfüh­rung der eAU aus. © hil/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #88767
fjmvw
am Freitag, 29. Oktober 2021, 16:30

Bei dem geschilderten Sachstand ist ein Aufschub eindeutig unzureichend.

Wenn etwas "technisch vollkommen unausgereift" ist, ist doch die logische Konsequenz, dass es erst eingeführt wird, nachdem die Defizite restlos beseitigt worden sind.

Demzufolge hilft bei der TI und eHealth, dazu zählt auch die eAU, nur eines:
Ausgereifte und voll ausgetestete Hard- und Software ohne Fehler.

Dieses Kriterium wird die TI 1.0 niemals erfüllen. Deren Defizite sind so eklatant, dass man sie nicht mehr "nachbessern" kann. Da hilft nur eines. Zurück auf LOS.

Also warten auf TI 2.0, den softwarebasierten Nachfolger.

Bis der, natürlich zuverlässig und umfangreich ausgetestet, vorliegt, sollte man alle eAnwendungen zurückstellen.
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