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Medizin

Neue Angriffspunkte für schlummernde Krebszellen

Donnerstag, 2. Dezember 2021

/freshidea, stockadobecom

Köln – Die molekulare Charakterisierung von schlummernden Krebszellen durch Forscher der Uniklinik Köln leistet einen Beitrag dafür, neue Immuntherapieansätze zur Kombination mit zielgerichtete Krebs­therapien zu entwickeln, um das Therapieansprechen zu steigern und Resistenzmechanismen entgegen­zuwirken.

Selbst unter zielgerichteter Therapie entgehen manche Krebszellen dem Zelltod, weil sie als Stress­reaktion in einen inaktiven Ruhezustand über gehen. Dieser Mechanismus führt dazu, dass praktisch alle Krebspatienten nach einem erfolgreichen initialen Ansprechen zunehmend eine Therapieresistenz ent­wickeln können und die Erkrankung fortschreitet.

Die Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Martin Sos vom Institut für Pathologie und Abteilung für Translationale Genomik und Zentrum für Molekulare Medizin Köln, analysierte deshalb die Eigenschaften und Immun­reaktion von schlummernden Krebszellen weiter im Detail.

Intratumorale Reprogrammierung verstehen

Die Ergebnisse wurden in Nature Communications veröffentlicht (DOI: 10.1038/s41467-021-25728-8) und beschreiben eine MAPK/IRF1-vermittelte transkriptionelle Reprogrammierung von seneszenten Krebszellen, die eine medikamentöse Behandlung überlebten. Das mechanistische Verständnis der MAPK/IRF1-vermittelten intratumoralen Reprogrammierung kann dazu beitragen, die Wirksamkeit bei molekular-genetisch definierten Krebspatienten zu verlängern.

So sprechen Krebszellen im Ruhezustand beispielsweise gut auf eine Immuntherapiekombination mit sogenannten RIG-I Agonisten an. RIG-I (retinoic acid inducible gene I) ist intrazellulärer Rezeptor des angeborenen Immunsystems, der zum Beispiel an der Detektion von Viren-RNA in der Zelle beteiligt ist. RIG-I Agonisten sind laut Studienautoren ein geeignetes Target, da seneszente Krebszellen besonders sensitiv auf diese Art der direkten Immunreaktion reagieren.

Therapieansprechen weiter optimieren

„Zusammengefasst können Tumorzellen anstatt zu sterben als Reaktion auf zielgerichtete Krebstherapien auch einen inaktiven Zustand einnehmen, welcher sie die Therapie überleben lässt, aber neue Angriffs­punkte schafft. Durch die molekulare Analyse dieses Zustands haben wir einen neuen Therapieansatz entwickelt, in welchem wir zielgerichtete Krebsmedikamente mit einer passenden Immuntherapie kom­bi­nieren und so das Therapieansprechen verbessern. Künftige klinische Studien werden klären müssen, inwiefern diese neuen Kombinationstherapien das Überleben von einzelnen Patientengruppen verbes­sern können“, fasste Prof. Sos die Ergebnisse der Studie zusammen. © cw/aerzteblatt.de

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