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Ärzteschaft

KBV will sich bei Boosterimpfungen an STIKO-Empfehlungen halten

Dienstag, 2. November 2021

Thomas Mertens (l-r), Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), und Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). /picture alliance, Bernd von Jutrczenka

Berlin – Man werde sich bei den Coronaauffrischimpfungen an die Empfehlungen der Ständigen Impf­kommission (STIKO) halten. Das betonte heute Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztli­chen Bundesvereinigung (KBV). Eine „wahllose“ Freigabe der Boosterimpfungen, wie sie teilweise von politischer Seite gefordert wird, lehne man zum jetzigen Zeitpunkt ab.

Die Impfung der von den aktuell geltenden STIKO-Empfehlung umfassten etwa 15 Millionen Menschen seien bis zum Jahresende für die Arztpraxen leistbar, so Gassen. Eine Reaktivierung der Impfzentren der Bundesländer sei weder nötig noch sinnvoll. Nötig seien aber geordnete Einladungsverfahren der Länder zu den Impfungen sowie flexiblere Möglichkeiten für Praxen beim Bestellen von Impfstoff und bei der Handhabung größerer Impfstoffvials.

Thomas Mertens, Vorsitzender der STIKO, betonte, die STIKO entscheide evidenzbasiert, habe sich nicht von außen beeinflussen lassen und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Durchaus politisch zu regeln seien aber optimale organisatorische Rahmenbedingungen für die Durchführung der Auffrischimp­fun­gen.

Einen klaren Appell an noch Ungeimpfte, die Coronaimpfangebote wahrzunehmen, sprach KBV-Vize Stephan Hofmeister aus. Die Coronaimpfung stelle die Maßnahme schlechthin dar, um einen Ausweg aus der Pandemie zu ermöglichen.

Er sei zuversichtlich, dass die Pandemiebewältigung diesen Winter besser gelinge – sofern es einen kla­ren Fahrplan mit verlässlichen Bedingungen gebe. Dringend notwendig sei insbesondere der bessere Schutz von Alten- beziehungsweise Pflegeeinrichtungen. Eine Diskussion um mögliche Auffrischimp­fungen für alle sei nicht hilfreich und koste Zeit, die man eigentlich nicht habe.

Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM), pflichtete dem ausdrücklich bei. Man brauche nun Ruhe im System und keine sich in die Arzt­praxen verlagernden Diskussionen um Boosterimpfungen.

Das zur Pandemiebewältigung zur Verfügung stehende Instrumentarium werde sich absehbar wohl nicht ändern. Insofern stelle der kommende Winter eine Blaupause dar, ob man mit Coronatests, Impfungen sowie Infektionsschutzmaßnahmen die Lage meistern kann. Auch er verwies darauf, dass der Fokus vor allem auf den Risikogruppen in den Pflegeeinrichtungen liegen müsse.

Mertens betonte in diesem Zusammenhang, und angesichts teilweise eher schwacher Impfquoten beim Pflegepersonal, eine mögliche Impfpflicht müsse politisch entschieden und verantwortet werden. KBV-Chef Gassen rief Gesundheitsberufe nochmals nachdrücklich dazu auf, sich gegen das Coronavirus imp­fen zu lassen.

Auf einen weiteren Aspekt der globalen Pandemiebekämpfung wies Mertens zum Abschluss der Presse­konferenz hin. Aus seiner Sicht sollte in den reichen und infrastrukturell gut aufgestellten Industrie­nationen nur soviel gegen Corona geimpft werden, wie nötig. Er erinnerte an die berechtigten Forderun­gen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderen, auch ärmeren Ländern genügend Impfdosen zur Verfügung zu stellen. © aha/aerzteblatt.de

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