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Medizin

Post COVID: Studie findet keine Hinweise auf Myokarditis bei Kindern

Freitag, 29. Oktober 2021

/andrew_shots, stock.adobe.com

Berlin – Anders als bei Erwachsenen, bei denen nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung in der kardialen Magnetresonanztomografie häufig entzündliche Veränderungen beobachtet werden, kommt es bei Kindern offenbar in der Regel nicht zu einer Myokarditis. In einer Fallserie in ESC Heart Failure (2021; DOI: 10.1002/ehf2.13678) war bei einigen Kindern lediglich ein leichter Perikarderguss sichtbar, der vermutlich keine klinische Bedeutung hat.

Eine Infektion mit SARS-CoV-2 kann bei Erwachsenen das Herz angreifen. In Studien wurde teilweise ein deutlicher Anstieg des Troponin gefunden, der auf den Untergang von Herzmuskelzellen hindeutet. In der kardialen Magnetresonanztomografie (Kardio-MRT) finden sich häufig Hinweise auf eine Entzündung des Herzmuskels. Auch ein ausgedehnter Perikarderguss ist keinesfalls selten.

In einer Studie des Frankfurter Centre for Cardiovascular Imaging an der Universität Frankfurt hatten 78 von 100 Genesenen Befunde im Kardio-MRT, die die schleppende Erholung vieler Patienten (Long COVID) mit erklären könnten.

Ein Team um die Kinderkardiologin Franziska Seidel vom Deutschen Herzzentrum Berlin hat jetzt un­ter­sucht, ob es bei Kindern in der Erholungsphase nach COVID-19 zu ähnlichen Veränderungen kommt.

Die Studie umfasst 18 Kinder im Alter zwischen 10 und 15 Jahren, die sich zwischen November 2020 und Januar 2021 von einer COVID-19-Erkrankung erholten. Die Infektion war bei den Kindern mild, aber symp­tomatisch verlaufen: 61 % klagten über Müdigkeit 56 % über Fieber, 50 % über Atemwegssymp­tome, 44 % über Geruchs- und Geschmacksverlust, 39 % über Magen-Darm-Probleme und 17 % über Atemnot. Ein Multisystemisches Entzündungssyndrom (MIS-C), das durch eine verspätete Immunreaktion auf das Virus ausgelöst wird und häufig zu akuten kardialen Störungen führt, lag bei keinem Kind vor.

Bei keinem der 18 Kinder wurden in der Kardio-MRT Veränderungen gefunden, die nach den aktuali­sierten Lake Louise-Kriterien auf eine Myokarditis hindeuten würden. Die Befunde glichen weitgehend denen einer Kontrollgruppe von 7 Kindern (die wegen einer familiären Häufung von Herzmuskelerkran­kungen untersucht worden waren). Die Befunden der pädiatrischen Post-COVID-Patienten unterschieden sich deutlich von einer 2. Kontrollgruppe von 9 Kindern, die an einer Myokarditis aus anderer Ursache erkrankt waren.

Die einzige Auffälligkeit war bei 3 Patienten (17 %) ein minimaler Perikarderguss, der die Herzfunktion jedoch nicht beeinträchtigte. Er könnte laut Dr. Seidel ein Spätzeichen einer milden Perikarditis sein. Die Aufnahmen wurden erst median 38 Tage nach dem positiven PCR-Test durchgeführt. In dieser Zeit könnte eine leichte Entzündung des Herzbeutels infolge der SARS-CoV-2-Infektion wieder abgeklungen sein. © rme/aerzteblatt.de

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