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Ärzteschaft

Maßnahmen zur Gewaltprävention überfällig

Dienstag, 2. November 2021

/patila, stock.adobe.com

Berlin – Gewalt gegen Hilfeleistende, gegen Ärztinnen, Ärzte und medizinisches Personal muss gesell­schaftlich geächtet werden. Dafür setzt sich mit Vehemenz der 125. Deutsche Ärztetag (DÄT) ein.

Berufsgruppen, von denen erwartet werde, dass sie mit Patienten eine offene und vertrauensvolle Be­zieh­ung aufbauen, werden nach Ansicht des Ärzteparlaments noch viel zu häufig durch Aggression und Gewalt gefährdet. In den vergangenen Monaten hätten gerade impfende Ärztinnen und Ärzte Drohbriefe erhalten, würden beschimpft oder gar Opfer körperlicher Gewalt.

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Der DÄT forderte deshalb mit allem Nachdruck, Maßnahmen zur Gewaltprävention auszubauen und um­fangreiche Kampagnen zu initiieren. Die Situation sei alarmierend. Die zunehmende verbale und körper­liche Gewalt gegen Ärzte und anderes medizinisches Personal fördere Unsicherheit und begründe Angst. Das gefährde wiederum die vertrauensvolle Arzt-Patient-Beziehung nachhaltig.

Hilfreich sei gewesen, dass das Strafrecht verschärft wurde und Gewalt gegen Ärzte sowie Angehörige anderer Gesundheitsberufe wirkungsvoller sanktioniert werden könne. Auch eine Vielzahl an Beratungs- und Fortbildungsangeboten für Ärzte sowie medizinische Fachangestellte (MFA) bei den Ärztekammern seien gute Ansätze, der Entwicklung entgegenzuwirken.

„Doch das reicht nicht“, meinen die Delegierten. „Wir brauchen darüber hinaus Kampagnen, die verdeut­lichen, dass Ärztinnen und Ärzte allen kranken Menschen nach Schwere ihrer Krankheit und Dringlichkeit der Behandlung helfen wollen“, heißt in dem heute mehrheitlich beschlossenen Antrag.

Die zunehmend mit Aggression vorgetragene Anspruchshaltung Einzelner erschwere diese Hilfen ganz erheblich. Jeder sei gefordert, verbaler oder körperlicher Gewalt in Praxen, in Krankenhäusern oder am Unfallort entgegenzutreten. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt und die Solidarität mit den Beschäf­tigten im Gesundheitswesen sind gerade in Zeiten wie diesen wichtiger denn je.“ © ER/aerzteblatt.de

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