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Ärzteschaft

Ärzteschaft warnt vor Legalisierung von Cannabis

Dienstag, 2. November 2021

/dpa

Berlin – Der 125. Deutsche Ärztetag (DÄT) steht einer Legalisierung von Cannabis kritisch gegenüber. Er warnte heute insbesondere vor den möglichen Risiken für die Gesundheit der Konsumierenden und den möglichen Folgen für die medizinische Versorgung.

Es gebe aus mehreren Ländern Hinweise, dass es im Zuge einer Legalisierung von Cannabis zu einem Anstieg des Konsums sowie zu einer Zunahme canna­bis­bedingter Notaufnahmen komme. Auch zeige sich in diesen Ländern ein erhöhter psychiatrischer Behandlungsbedarf, heißt es in einem heute mehrheitlich beschlossenen Antrag.

Zu bedenken sei zudem ein zu erwartender Anstieg cannabisbedingter tödlicher Verkehrsunfälle und Suizide. „Die Legalisierung verharmlost auch die gesundheitlichen Gefahren, negativen Folgen und Langzeiteffekte des Cannabiskonsums für Kinder und Jugendliche“, betonte der DÄT.

Die deutsche Ärzteschaft regte zudem erneut an, dass der Bund ein Forschungsprogramm zu möglichen Indikationen, Wirkungen und Nebenwirkungen eines medizinischen Einsatzes der Cannabispflanze auf­legt. Bereits der 122. Deutsche Ärztetag 2019 hatte sich wegen der unzureichenden Studienlage dafür ausgesprochen.

„Dies wird weiterhin für dringend erforderlich erachtet, um Ärztinnen und Ärzten eine größere Sicherheit bei der Verschreibung und Patientinnen und Patienten bei der Einnahme entsprechender Medikamente zu geben“, meinen die Delegierten. Aufgrund bislang nicht ausreichender wissenschaftlicher Erkenntnisse fehle es an einem Indikationskatalog für die Verordnung von Cannabisarzneien und -blüten zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung.

Christoph Freiherr Schoultz von Ascheraden und Paula Hezler-Rusch, beide Abgeordnete der Landes­ärzte­kammer Baden-Württemberg, warben bei der gestrigen Aussprache dafür, im Verlauf der zu erwar­tenden gesellschaftlichen Diskussion und Gesetzgebung zur Regulierung des Cannabiskonsums konstitu­tiv und vorrangig ein Präventionsprogramm für Jugendliche unter Mitwirkung der zuständigen wissen­schaftlichen Fachgesellschaften zu erarbeiten.

Betroffene junge Menschen, Erstkonsumierende und Gelegenheitskonsumierende dürften jedoch nicht in die Illegalität gedrängt werden, warnte Erik Bodendieck, Präsident der Sächsischen Ärztekammer.

Der Besitz geringer, noch zu definierender Mengen von Cannabis sowie anderer Drogen dürfe zukünftig nicht mehr durch das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) strafbewehrt sein, sondern sollte als Ordnungs­widrigkeit mit einer Beratungsauflage geahndet werden, meinte bei der heutigen Abstimmung auch der 125. DÄT.

Betroffenen solle die Möglichkeit gegeben werden, sich frühzeitig in Beratung und bei Bedarf zeitnah in eine suchttherapeutische Behandlung zu begeben. Eltern müssten die Möglichkeit erhalten, sich ohne Angst vor Sanktionen für ihre Kinder an Ärzte und Beratungseinrichtungen zu wenden. © ER/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #975872
CarGra
am Mittwoch, 3. November 2021, 17:28

Das zweifelt man doch an der Glaubwürdigkeit vieler Ärzte

Mit blankem Entsetzen musste ich feststellen wie rückständig und ungebildet unsere Ärzteschaft und das Ärzteblatt zu sein scheint.

Es gibt keine Studien zu Cannabis und deren Wirkung?? Das ist ja sowas von lächerlich. Geben Sie mal Studien und Cannabis in Google ein und Sie werden erstaunt sein was man alles findet…

Dazu das immer wieder lächerliche Argument des Jugendschutzes. Auch hier möchte ich sagen das wenn Leute kiffen wollen Sie das auch tun werden unabhängig des Alters. Zudem kommt noch das kosten von verbotenen „Früchten“ was durchaus einen Reiz auf Jugendliche hat.

Letztlich das Argument mit psychischen Erkrankungen. Auch absolut lächerlich und an den Haaren herbeigezogen. Denn diese ganze Problematik kommt daher das durch den Schwarzmarkt immer höher prozentigen Cannabis angeboten wird und zum Teil noch mit künstlichen Cannabinoiden gesteckt. Diese Kombination würde sogar einen gestandenen medizinischen Cannabispatient in die Psychiatrie bringen.
Würde es also legal sein könnten die Hersteller Cannabis in verschiedenen Wirkstärken herstellen die einen nicht in die Psychiatrie bringen.
Und natürlich kann Cannabis bei psychischen Vorerkrankungen sich negativ auswirken. Aber mal eine Gegenfrage, warum sollte die Person Cannabis konsumieren wenn es einem eh nicht gut tut? Das wäre ja so wie wenn ich nem Alkoholoker ein Bier verordnen würde und das macht ja auch niemand.

Also ich kann Ihrem Bericht überhaupt nichts objektives erkennen und ich bin zutiefst erschüttert wie mit der Gesundheit der Cannabispatienten umgegangen wird.
So nach dem Motto: Sind ja eh alles Versager und die können weiter Ihren gestreckten Scheiss vom Dealer kaufen das erst recht krank macht….
Aber dann wird lieber Morphium verschrieben wo die Leute schwerst abhängig werden und letztlich beim Heroin landen (nach ihrer Denke gesprochen).

Vielen Dank liebes Ärzteblatt das sie mal ganz offen gezeigt haben wie sowas von egal Ihnen die Gesundheit der Patienten ist…
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