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Ausland

Indien verspricht erstmals Klimaneutralität bis 2070

Dienstag, 2. November 2021

/christoffer kullman, EyeEm, stock.adobe.com

Glasgow – Indiens Premierminister Narendra Modi hat erstmals ein Ziel für die Klimaneutralität seines Landes genannt: Bis 2070 wolle Indien netto null Emissionen erreichen, sagte Modi gestern beim Welt­klimagipfel in Glasgow.

Klimaneutralität bedeutet, dass nur noch so viel klimaschädliche Treibhaus­gase ausgestoßen werden, wie etwa in Senken wie Ozeanen und Wäldern aufgenommen und künstlich gelagert werden können.

Das ist das obere Limit, das der Weltklimarat (IPCC) für weltweite Klimaneutralität angegeben hat, damit das Leben auf dem Planeten Erde noch lebenswert bleibt. Viele Länder streben – so wie die EU – Klima­neu­tralität bis 2050 an, China hat 2060 ins Auge gefasst.

Indien wolle 50 Prozent seines Energiebedarfs bis 2030 aus erneuerbaren Quellen decken, sagte Modi, ohne heutige Vergleichszahlen zu nennen. Das Land wolle bis 2030 zudem eine Milliarde Tonnen weni­ger Emissionen ausstoßen als derzeitige Prognosen vorhersagten.

Indien ist nach China, den USA und der Europäischen Union der viertgrößte Verursacher von Treibhaus­­gasen. Gemessen pro Kopf der Bevölkerung liegt das Land dagegen weit zurück: Das Datenportal „Our World in Data“ gibt zum Beispiel für Deutschland für 2019 einen Pro-Kopf-Verbrauch von 8,4 Tonnen CO2 an, für Indien von 1,9 Tonnen. Pro Kopf gehören die USA, Kanada, Saudi-Arabien und Kasachstan zu den größten Verursachern von Treibhausgas.

Indien beharrt immer darauf, dass vor allem die Industrieländer in der Pflicht seien, weil sie historisch für die Treibhausgase in der Atmosphäre verantwortlich sind, die den Klimawandel verursachen. In Glasgow verlangte er, dass sie sofort eine Billion Dollar zur Verfügung stellen. Das soll ärmeren Ländern helfen, klimaschädliche Emissionen zu vermeiden und nötige Anpassungen an die Folgen des Klima­wan­dels vorzunehmen. © dpa/aerzteblatt.de

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