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Ärzteschaft

Was die Übernahme einer Arztpraxis kostet

Dienstag, 2. November 2021

/M.Dörr & M.Frommherz, stockadobecom

Düsseldorf – In 94 Prozent der Fälle lassen sich Ärzte nieder, indem sie eine bestehende Praxis überneh­men. In Großstädten zahlten sie dafür die höchsten Preise. Das ergibt die jüngste Analyse der ärztlichen Existenzgründungen in den Jahren 2019 und 2020, die die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) und das Zentralinstitut für die Kassenärztliche Versorgung (Zi) vorgelegt haben.

Die Ergebnisse basieren auf einer Stichprobe von 3.100 durch die Apobank begleiteten ärztlichen Exis­tenzgründungen – darunter 835 hausärztliche und 2.265 fachärztliche Praxen.

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„Die Kaufpreise von Arztpraxen hängen ähnlich wie bei Immobilien eng mit der Lage zusammen“, erläu­tert Daniel Zehnich, Bereichsleiter Gesundheitsmärkte und -politik bei der Apobank. Laut der Analyse kosten hausärztliche Einzelpraxen in der Stadt durchschnittlich 117.600 Euro. Auf dem Land waren es mit rund 70.000 Euro deutlich weniger.

„Dabei sind es nicht unbedingt monetäre Aspekte, die die Attraktivität der Niederlassung auf dem Land schmälern. Die Praxisüberschüsse sind dort in der Regel sehr gut und übersteigen manchmal sogar die der Großstadtpraxen. Es ist vielmehr die ländliche Infrastruktur, die Ärztinnen und Ärzte von einer Pra­xisgründung dort abhält“, erläutert Zehnich.

Die Bank weist daraufhin, dass die Übernahmekosten nur ein Teil der nötigen Ausgaben sind. Im Durch­schnitt lagen die Gesamtinvestitionen für eine hausärztliche Einzelpraxisübernahme inklusive Moderni­sierungsmaßnahmen und Ausstattung 2019/2020 bei 169.300 Euro.

Laut der Analyse bleibt die Einzelpraxis offenbar attraktiv: 61 Prozent der Existenzgründenden wählten diese Niederlassungsart im Analysezeitraum 2019/2020. Diese Praxisform ist vor allem bei Fachärzten beliebt – 63 Prozent entscheiden sich für Einzelpraxen. Bei den Hausärzten waren es 45 Prozent.

„Allerdings haben auch Inhaber von Einzelpraxen die Option, bis zu drei Ärzte in Vollzeit einzustellen und so auch in kooperativen Strukturen zu arbeiten“, hieß es von der Apobank.

Die häufigste Art, sich in einer Kooperation niederzulassen, ist laut Analyse der Eintritt in eine Berufsaus­übungsgemeinschaft (BAG). In diesem Fall tritt ein bisheriger Praxisinhaber aus und verkauft seinen Pra­xisanteil an einen neuen Partner. Diese Art der Existenzgründung kostete hausärztliche Existenzgründer 2019/2020 im Schnitt etwa 143.000 Euro, inklusive Ausgaben für Umbauten und Modernisierung.

Bei den Facharztpraxen weichen die Durchschnittswerte für die Kosten stark voneinander ab. Bei Frau­en­ärzten lagen sie über 300.000 Euro und bei Orthopäden über 400.000 Euro. Die Niederlassung in einer psychotherapeutischen Praxis bedurfte dagegen im Schnitt rund 50.000 Euro an Investitionen. © hil/aerzteblatt.de

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