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Lebenserwartung sinkt durch Corona in vielen Ländern

Freitag, 5. November 2021

Die Grafik zeigt die Entwicklung der durchschnittlichen Lebenserwartung für Männer und Frauen gemeinsam./ MPIDR

Rostock/Wiesbaden – Die Lebenserwartung ist in der Zeit der Coronapandemie in den meisten Industrie­staaten gesunken. Ein Team von Bevölkerungswissenschaftlern hat für 37 Länder mit hohem und mittle­rem Einkommen berechnet, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Sterblichkeit im Jahr 2020 ausge­wirkt hat.

Demnach sank die Lebenserwartung in 31 der 37 untersuchten Länder, wie eine gestern in Rostock ver­öffentlichte Studie ergab. Sie wurde im Fachjournal BMJ (2021; DOI: 10.1136/bmj-2021-066768) ver­öffentlicht.

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„In dieser Studie haben wir die tatsächliche Lebenserwartung und die Zahl verlorener Lebensjahre im Jahr 2020 mit den Werten verglichen, die auf Grundlage der Daten von 2005 bis 2019 zu erwarten wä­ren", beschreibt Dmitri Jdanov, Leiter des Arbeitsbereichs Demografische Daten am Max-Planck-Institut für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock, die Herangehensweise der Wissenschaftler.

Das Ergebnis: In Neuseeland, Taiwan und Norwegen stieg die Lebenserwartung im vergangenen Jahr. In Dänemark, Island und Südkorea veränderte sie sich nicht. „Das kann wohl auf die erfolgreiche Pandemie­bekämpfung in diesen Ländern zurückgeführt werden“, vermutet Jdanov.

Am stärksten sank die Lebenserwartung mit 2,33 Jahren für Männer in Russland, für Frauen in Russland ging sie um 2,14 Jahre zurück. An zweiter Stelle in dieser Auswertung liegen die USA, wo die durch­schnitt­liche Lebenserwartung der Männer um 2,27 Jahre und der Frauen um 1,61 Jahre fiel. In Bulgarien sank sie für Männer um 1,96 Jahre und für Frauen um 1,37 Jahre.

Deutschland liegt in der Statistik mit einem Verlust von 0,36 Lebensjahren auf Rang 30. Dabei verloren Männer 0,43 und Frauen 0,38 Lebensjahre. In den 31 Ländern, in denen die Lebenserwartung 2020 gesunken ist, gingen mehr als 222 Millionen Lebensjahre verloren.

Das sind 28,1 Millionen verlorene Lebensjahre mehr als erwartet – und fünf Mal so viele wie bei der Grippeepidemie 2015. Davon haben Männer 17,3 Millionen Lebensjahre verloren, Frauen 10,8 Millionen.

Der Wert der verlorenen Lebensjahre betrachtet die Differenz zwischen der Lebenserwartung und dem vorzeitigen Tod. Sie schätzt die durchschnittliche Anzahl an Jahren ab, die eine Person noch gelebt hätte, wenn sie nicht vorzeitig gestorben wäre.

„Obwohl wir überzeugt sind, dass die Übersterblichkeit die ideale Methode ist, die Auswirkungen der Pandemie zu bemessen, berücksichtigt sie das Alter zum Zeitpunkt des Todes nicht“, so Jdanov. Im Ge­gensatz dazu beachte die Methode der verlorenen Lebensjahre die Altersverteilung der Sterblichkeit, indem sie Todesfälle in jüngerem Alter stärker gewichtet. © kna/aerzteblatt.de

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