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Medizin

England: Weniger Zervixkarzinome bei jüngeren Frauen dank HPV-Impfung

Donnerstag, 4. November 2021

/fotoliaxrender, stock.adobe.com

London – In England ist die Zahl der Zervixkarzinome und seiner Vorstufe CIN3 seit der Einführung der Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) im Jahr 2008 bei jüngeren Frauen bereits deutlich gesunken. Erste Zahlen wurden jetzt im Lancet (2021; DOI: 10.1016/S0140-6736(21)02178-4) veröffentlicht.

Das Zervixkarzinom ist Folge einer chronischen Infektion mit onkogenen HPV-Varianten. In England wurde Anfangs der bivalente Impfstoff Cervarix eingesetzt, der vor den häufigen HPV-Varianten 16 und 18 schützt. Im Jahr 2012 wurde auf den quadrivalenten Impfstoff Gardasil gewechselt, der auch die Varianten 6 und 11 erfasst, die vor allem für Genitalwarzen verantwortlich sind.

Die Impfung wird Mädchen (und mittlerweile auch Jungen) im Alter von 12 bis 13 Jahren angeboten. In den Jahren 2008 bis 2010 wurde zusätzlich ein „Catch Up“-Programm für 14- bis 18-Jährige durchgeführt. Heute sind die meisten Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren geimpft. In dieser Altersgruppe kommt es zu den ersten zervikalen intra-epithelialen Neoplasien (CIN), die in dem fortgeschrittenen Stadium CIN3 bereits als Krebsvorstufe eingestuft werden. Auch Krebserkrankungen sind möglich, wenn auch selten.

Ein Team um Peter Sasieni vom Guy's Cancer Centre in London hat jetzt in einer Beobachtungsstudie die bisherigen Auswirkungen auf die Zahl der Erkrankungen untersucht, die dem Krebsregister gemeldet wurden. Das Ergebnis war ein deutlicher Rückgang sowohl beim Zervixkarzinom als auch bei der Vorstufe CIN3.

Am deutlichsten sanken die Zahlen bei den Frauen, die im Alter von 12 bis 13 Jahren (etwa 8. Schulklasse) geimpft wurden, also in der Regel vor Aufnahme einer sexuellen Aktivität. Die Zahl der Zervixkarzinome ging um 87 % (95-%-Konfidenzintervall 72 % bis 94 %) und die Zahl der CIN3-Diagnosen um 97 % (96-98 %) zurück.

Bei den Frauen, die im Alter von 14 bis 16 Jahren geimpft wurden, betrug der Rückgang der Krebsfälle 62 % (52-71 %) und der Vorstufe CIN3 75 % (72–77 %). Diese Mädchen befanden sich bei der Impfung bereits in den Schulklassen 10 bis 11, in der einige bereits Geschlechtsverkehr hatten.

Nach einer Impfung im Alter von 16 bis 18 Jahren ging die Zahl der Krebserkrankungen nur um 34 % (25-41 %) und der CIN3 um 39 % (36-41 %) zurück. Dies ist ein Hinweis darauf, dass viele Schülerinnen der Klasse 12 und 13 sich zum Zeitpunkt der Impfung bereits durch Sexualkontakte infiziert hatten. Die Zahlen bestätigen damit die Empfehlung, dass die Impfung möglichst vor Aufnahme der sexuellen Aktivität erfolgen sollte.

Sasieni schätzt, dass die Impfung bis Ende Juni 2019 in England 448 (339-556) Zervixkarzinome und 17.235 (15.919-18.552) CIN3-Läsionen verhindert hat. © rme/aerzteblatt.de

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