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Medizin

Besonderheiten bei Patienten mit Diabetes und Krebs

Samstag, 13. November 2021

/Kwangmoo, stockadobecom

Amman (Jordanien) – Patienten mit Diabetes haben häufiger Krebs und sollten bei onkologischen Thera­pien zugunsten einer effektiven und flexiblen Blutzuckerkontrolle engmaschig kontrolliert werden.

Krebs und Diabetes sind weltweit stark weit verbreitet und die Zahl der Patienten wird in Zukunft stei­gen. Die Stoffwechsellage bei Diabetikern mit Hyperglykämien, Hyperinsulinämien und ein unausge­glichener Fettmetabolismus begünstigen den krankhaft veränderten Stoffwechsel von Krebszellen.

Es besteht eine starke Korrelation zwischen Diabetes mellitus und Karzinogenese, insbesondere in Bezug auf Typ-2-Diabetes mellitus (T2DM). Bei Typ-1-Diabetes mellitus (T1DM) ist das Risiko einer Karzino­gene­­se ebenfalls erhöht, jedoch im Vergleich zu T2DM weniger stark. Bei beiden Arten von Diabetes mellitus ist die Inzidenz von Krebs um etwa 20 % höher.

Menschen mit Blutzuckererkrankungen haben im Vergleich zu Menschen ohne T2DM höhere Risiken für die Entwicklung verschiedener Krebsarten, darunter Leberkrebs (um 231% höheres Risiko), Bauchspei­chel­drüsenkrebs (119 % höher), Uteruskarzinom (78 % höher), Nierenkrebs (45 % höher), Magenkrebs (21 % höher), Krebs der Gallenblase und des Gallengangs (32 % höher) und Peniskarzinom (56 % höher).

Neben dem erhöhten Krebsrisiko, zeigen Patienten mit Diabetes öfter eine schlechtere Prognose in der Nachsorge von onkologischen Therapien. Herz-, Nieren- und neuropathische Komplikationen, die sich bei Patienten mit schlecht kontrolliertem Diabetes entwickeln, können auch durch Chemotherapien verur­sacht oder verschlimmert werden, so die Studienautoren. So sind beispielsweise Anthracycline mit Kardio­toxizität assoziiert und Cisplatin-haltige Regimen mit Niereninsuffizienz. Darüber hinaus kann Neurotoxizität (periphere sensorische Neuropathie), die etwa bei etwa 40-50 % der Diabetiker an den Füßen auftritt, auch bei onkologischen Therapien mit Cisplatin, Vincristin und Paclitaxel auftreten.

Daher empfehlen die Studienautoren (Molecules, 2021; DOI: 10.3390/molecules26082179), ein eng­maschiges und gründliches Monitoring hinsichtlich der Blutzuckerkontrolle bei Diabetespatienten mit Krebs, die gegebenenfalls mit Maßnahmen zur Intensivierung der Therapie einher gehen, um eine effektive Blutzuckerkontrolle sicher zu stellen.

Bei Bedarf sollten die Insulindosen täglich titriert und angepasst werden, um zum Beispiel Hypoglykä­mien zu vermeiden, geben die Forscher zu bedenken. Darüber hinaus benötigen Behandler aufgrund der zyklischen Natur von Chemotherapien oft einen flexibles Diabetes-Management bei Krebspatienten, da platinbasierte Chemotherapie (z. B. Cisplatin), mTOR-Kinaseinhibitoren (z. B. Everolimus) und ABL-Kinase­inhibitoren (z. B. Nilotinib) mit Hyperglykämien in Verbindung stehen.

Diabetiker mit Krebs sollten während der onkologischen Therapie unter engmaschiger Beobachtung stehen, um Hyperglykämien zu vermeiden, insbesondere bei fortgeschrittenen oder unheilbaren Krebs­patienten in der Palliativversorgung. © cw/aerzteblatt.de

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