NewsÄrzteschaftCoronalage: Hausärzte warnen vor Panikmache
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Coronalage: Hausärzte warnen vor Panikmache

Dienstag, 9. November 2021

/Mike Fouque, stock.adobe.com

Düsseldorf – Die deutschen Hausärzte warnen trotz der angespannten Coronalage vor unnötiger Panik­mache und fordern stattdessen eine bessere Kommunikationsstrategie. Dass die Menschen auf die stei­gende Inzidenz mit Unsicherheit reagierten, sei vollkommen verständlich, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, der Düsseldorfer Rheinischen Post.

Unnötig sei allerdings „die Panikmache durch ständig neue Katastrophenszenarien, wie sie seit Beginn der Pandemie gerade von einigen Politikerinnen und Politikern in einem fort betrieben“ werde.

Anzeige

Angst und die damit verbundenen Stressreaktionen könnten gesundheitliche Schäden verursachen, auch dafür liefere die Pandemie „genügend Beweise“, sagte Weigeldt. Stattdessen sei eine bessere Kommu­ni­kationsstrategie gefragt, ergänzte er und plädierte für „zielführende PR für die Impfungen, mehr Struktur und Erleichterungen in der Impfkampagne, ein Ende des ständigen Katastrophenalarms“.

Auch mit Blick auf die Auffrischungsimpfungen forderte der Vorsitzende des Hausärzteverbandes mehr Gelassenheit und Geduld. Wichtig sei auch, „dass gerade für jüngere und gesunde vollständig geimpfte Patientinnen und Patienten kein zeitlicher Druck für eine Boosterimpfung zu bestehen scheint“. Hier könne er nur um Geduld bitten – „auch, um die Praxen nicht zusätzlich zu belasten“, sagte Weigeldt.

Die Intensivmediziner in Deutschland warnten unterdessen vor geringeren Kapazitäten auf den Intensiv­stationen als im ersten Jahr der Pandemie. Durch den Mangel an Pflegepersonal stünden bundesweit etwa 4.000 Intensivbetten weniger zur Verfügung als vor einem Jahr, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, der Rheinischen Post.

Derzeit sei zwar noch keine Überlastung der Intensivstationen zu sehen, „aber schon eine sehr starke Belastung“, sagte Marx. Dabei gebe es regional sehr deutliche Unterschiede.

Die Impfquote sei nach wie vor das wichtigste Mittel in der Pandemiebekämpfung, sagte Marx. „Wenn wir es schaffen, unsere Impfquote generell um zehn Prozent zu erhöhen, dann haben wir es eigentlich geschafft. Das muss also unser aller Ziel sein“, plädierte Marx. © afp/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
Avatar #7908
wolf-2
am Dienstag, 9. November 2021, 22:34

Billig und egoistisch

Da warnt der Herr Weigelt als Hausarzt also vor Panik, weil sonst könnten die Hausärzte zusätzlich belastet werden (wahrscheinlich wegen zusätzlicher Impfungen).
Nun hat Herr Weigelt ja mit Intensivmedizin überhaupt nichts zu tun. Die Ärzte und Fachgesellschaften, die damit aber täglich zu tun haben (Intensivmediziner, Anästhesisten) erzählen von ihrer Lage und die ist sehr ungünstig, um es vorsichtig auszudrücken. Sie sind schon längst überlastet, was der Herr Weigelt ja von seinen Hausärzten abwenden will.
Wo bleibt da eigentlich die ärztliche Solidarität mit den Kollegen "an der Front"? Warum maßt sich ein Hausarzt-Funktionär an, die nachvollziehbaren Warnungen (der Fachleute vor Ort!), dass ein Zusammenbruch der intensivmedizinischen Versorgung am Horizont erkennbar ist, als Panikmache zu diffamieren?
Vielleicht mal vier Wochen auf Intensivstation aushelfen?
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER