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Drohne misst Vitalparameter von Verletzten aus der Luft

Dienstag, 9. November 2021

Der FALKE /Sebastian Kehr

Bochum – Ein interdisziplinäres Team von Ingenieuren und Ärzten nutzt hochauflösende Radarsensoren in einer Drohne und misst damit bei Unglücksfällen aus der Luft Vitalparameter wie Herz- und Atemfre­quenz von Betroffenen und Verletzten. Das System namens „Falke“ soll Einsatzkräften Entscheidungen erleichtern und die Versorgung beschleunigen.

An dem System arbeiten neben Forschern der Ruhr Universität Bochum (RUB) auch Arbeitsgruppen der Rheinisch-Westfälischen Technische Hochschule Aachen (RWTH) und verschiedene Industriepartner. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Arbeit mit 2,3 Millionen Euro.

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Im Rettungswesen wie auch im Katastrophenschutz hat sich die Sichtung der Verletzten etabliert, also ihre Einteilung nach dem Schweregrad ihrer Verletzungen. Nur so ist es möglich, die begrenzten medizi­nischen Ressourcen zielgerichtet einzusetzen und die Personen mit dem höchsten Behandlungsbedarf zuerst zu versorgen.

Allerdings bedeutet die Sichtung eine hohe psychische Belastung für die Einsatzkräfte. Ihre Entschei­dung bestimmt das weitere Schicksal der Verletzten, Fehlentscheidungen können tödliche Folgen haben. Zudem können die sichtenden Einsatzkräfte nicht gleichzeitig versorgen, obwohl die Verletzten Hilfe dringend benötigen. Das Falke-System hat Radarsensoren zur Abstandsmessung an Bord, die zum Beispiel Herzschlag und Atemfrequenz bestimmen können.

„Technisch ist diese Messung äußerst anspruchsvoll, da es sich bei Bewegung des menschlichen Körpers aufgrund von Herzschlag und Atmung um sehr kleine Auslenkun­gen handelt, aber gleichzeitig die Flug­plattform starken Bewegungen ausgesetzt ist“, erklärte Nils Pohl, Inhaber des Lehrstuhls Integrierte Systeme an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB.

Außerdem verfügt die Drohne über eine Kamera zur Erkennung von Farbveränderungen und Bewegun­gen sowie über Infrarotthermografie zur Erkennung von Temperaturunterschieden. Ein Sichtungsalgo­rithmus interpretiert die gewonnenen Informationen.

Das System liefert dann eine Übersichtskarte mit einer farblichen Kennzeichnung aller Verletzten. Das macht es laut den Wissenschaftlern unnötig, die Einsatzstelle abzulaufen und nach Verletzten zu durchsuchen. © hil/aerzteblatt.de

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