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Jeder fünfte Beschäftigte an Depressionen erkrankt

Dienstag, 9. November 2021

/thodonal, stock.adobe.com

Berlin – Bei jedem fünften Beschäftigten in Deutschland wurde schon einmal eine Depression diagnos­ti­ziert. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Stiftung Deutsche Depressionshilfe, die heute in Berlin vorgestellt wurde. Ein besserer Wissensstand in Unternehmen könnte Leid und auch Kosten verrin­gern, wie es weiter hieß.

20 Prozent der Berufstätigen gaben laut dem „Deutschland-Barometer Depression“ an, dass bei ihnen schon einmal die Diagnose Depression gestellt worden sei. Weitere 19 Prozent der Befragten vermuten dem­nach, schon einmal an einer Depression erkrankt zu sein, ohne dass diese ärztlich diagnostiziert wurde.

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„Statistisch gesehen gibt es in nahezu jedem Unternehmen depressiv erkrankte Mitarbeiter“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Ulrich Hegerl. 15 Prozent der Befragten erklärten, sie hätten schon einmal einen Suizid oder Suizidversuch eines Kolle­gen erlebt.

Hegerl sieht Arbeitgeber in diesem Zusammenhang gefragt: Neben Basiswissen und einem offenen Um­gang mit Erkrankungen seien konkrete Anlaufstellen hilfreich, etwa ein Betriebsarzt, eine Betriebliche So­zialberatung oder ein Betriebsrat.

Auch Schulungen von Personalverantwortlichen und Führungskräften sowie Informationen für alle Mitarbeiter könnten dazu beitragen, dass Betroffene rasch professionelle Hilfe bekommen.

Grundsätzlich werde die Rolle der Arbeit für die Entstehung einer depressiven Erkrankung überschätzt, wie die Studie weiter zeigt. 95 Prozent der Bundesbürger halten Belastungen am Arbeitsplatz demnach für eine der wichtigsten Ursachen von Depressionen; 93 Prozent nannten Konflikte im Job oder mit Kol­le­gen, 83 Prozent eine dauerhafte Erreichbarkeit. Dagegen nannten nur 64 Prozent erbliche Komponen­ten, die tatsächlich eine große Rolle spielen.

Häufig werde Überforderung „als Ursache und nicht als Folge der Depression angesehen“, sagte Hegerl. Die Bedeutung der Veranlagung werde dagegen unterschätzt. So glaubten 68 Prozent der Befragten, dass Urlaub bei Depressionen helfe; 63 Prozent sagten, Betroffene müssten sich ausruhen und viel schlafen.

„Das Gegenteil ist der Fall“, so Hegerl. Langer Schlaf verschlechtere Symptome häufig, und ein Urlaub lindere Depressionen nicht, „da die Erkrankung mitfährt“. Für die Analyse wurden im September 5.283 Personen zwischen 18 und 69 Jahren befragt. © kna/aerzteblatt.de

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