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Ausland

Europas Gesundheitspersonal erhält Sonderehrung des Europäischen Bürgerpreises

Mittwoch, 10. November 2021

Sarada Das (v.l.), Annabel Seebohm (beide CPME), Dita Charanzová, Kanzlerin des Europäischen Bürgerpreises, und Frank Ulrich Montgomery Präsident des Ständigen Ausschusses der Ärzte der Europäischen Union (CPME) /Screenshot DÄ

Brüssel – Für ihren heldenhaften Einsatz in der Coronapandemie sind gestern Abend alle europäischen Ärzte und Pflegekräfte mit einer Sonderanerkennung des Europäischen Bürgerpreises geehrt worden.

Dita Charanzová, Vize-Präsidentin des Europäischen Parlaments und Kanzlerin des Europäischen Bürger­preises, übergab die Ehrenurkunde stellvertretend an Vertreter des Ständigen Ausschusses der Ärzte der Europäischen Union (CPME) und des Europäischen Verbands der Pflegeverbände (EFN).

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„Die Arbeit der Ärzteschaft und der Pflegenden in ganz Europa war überwältigend, sie sind über sich hinausgewachsen, um denen zu helfen, die sie am meisten gebraucht haben. Mit dieser Ehrung möchten wir uns bei der medizinischen Gemeinschaft dafür bedanken, dass sie so viele Leben gerettet hat“, erklärte Charanzová in ihrer Ansprache.

Unter Standing Ovations nahmen Sarada Das, Annabel Seebohm und Frank Ulrich Montgomery Präsident die Urkunde des Europäischen Bürgerpreises stellvertretend für den CPME entgegen.

„Für die medizinische Gemeinschaft ist dieses Virus eine der schwersten Herausforderungen unserer Kar­riere. Wir bekämpfen nicht nur eine unbekannte Krankheit, sondern müssen auch die sonstige Gesund­heits­versorgung aufrechterhalten, teils unter unsicheren Bedingungen, müssen den Tod von Kollegen und Nahestehenden und manchmal Stigmatisierung ertragen“, erklärte CPME-Präsident Montgomery.

Aber es habe auch viel Solidarität gegeben. Ärztinnen und Ärzte hätten sich untereinander vernetzt, Ver­bände in ganz Europa hätten zusammengearbeitet, um die Herausforderung gemeinsam zu bestehen. Die Pandemie habe wissenschaftliche Innovation in Rekordgeschwindigkeit hervorgebracht und die Resilienz der europäischen Bevölkerung unter Beweis gestellt. „Wir sehen mit Hoffnung in die Zukunft“, so Montgo­mery.

Einen dringlichen Apell richtete Paul De Raeve, Generalsekretär der EFN, an die europäischen Bürger so­wie die Vertreter der Europäischen Union. „In den letzten zwei Jahren haben Pflegekräfte Tag und Nacht, unter der Woche und an Wochenenden Patienten in schweren Situationen versorgt. Derzeit gibt es etwa sechs Millionen Pflegekräfte in der Europäischen Union, aber 30 Prozent wollen den Beruf verlassen. Sie sagen sie können nicht mehr. Wir freuen uns über diese Anerkennung und wir nehmen sie nicht als selbstverständlich. Wir hoffen, dass Sie uns helfen können, unsere Situation zu verbessern. “

Besonders Frauen, die 90 Prozent der Pflegekräfte ausmachten, würden unter den Bedingungen und dem Personalmangel leiden, denn häufig würde ihnen im privaten Umfeld noch zusätzliche Pflegearbeit auf­gebürdet. „Ohne politische Hilfe kommen wir nicht weiter, wir brauchen mehr Einsatz, damit wir uns wei­terhin um die Bevölkerung kümmern können“, so De Raeve. Gemeinsam könne man etwas verändern.

Der Europäische Bürgerpreis wurde bereits zum 13. Mal vergeben. Die Gewinner werden für ihr „außer­gewöhnliches Engagement für ein besseres gegenseitiges Verständnis und mehr Integration in der Euro­päischen Union“ geehrt.

Da es die erste Präsenzveranstaltung seit zwei Jahren war, erhielten auch die Preisträger aus dem ver­gangenen Jahr erst jetzt ihre Urkunden. Aus Deutschland erhielt das Internationale Jugendtheaterfestival „Wilde Mischung“ in Schwäbisch Hall die Ehrung für das Jahr 2021 und die 91. Internationale Sitzung des Europäischen Jugendparlaments in Hamburg die Ehrung für das Jahr 2020. © alir/aerzteblatt.de

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