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Politik

Ständige Impfkommission: Unter 30-Jährige nur mit Biontech impfen

Mittwoch, 10. November 2021

/Spica, stock.adobe.com

Berlin – Kinder ab zwölf Jahren sowie Jugendliche und Erwachsene unter 30 Jahren sollen laut der Ständigen Impfkom­mission (STIKO) künftig nur noch mit dem Coronaimpfstoff von Biontech/Pfizer und nicht mit dem von Moderna geimpft werden.

Aktuelle Meldeanalysen zeigten, dass Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen in dieser Altersgruppe nach der Moderna-Impfung (Spikevax) häufiger beobachtet würden als nach der Biontech-Impfung (Comirnaty). Das teilte die STIKO heute mit.

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„Diese Empfehlung gilt sowohl für die Grundimmunisierung als auch für mögliche Auffrischimpfungen.“ Auch wenn zuvor ein anderer Impfstoff verwendet worden sei, solle für weitere Impfungen Biontech ge­nutzt werden, hieß es. Das Expertengremium berief sich auf Sicherheitsdaten des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) und internationale Daten.

Die STIKO rät außerdem, dass auch Schwangere unabhängig vom Alter Biontech bekommen sollten, auch wenn es für sie noch keine vergleichenden Sicherheitsdaten zu den beiden Impfstoffen gebe.

Es handelt sich noch nicht um eine finale STIKO-Empfehlung. Der Beschlussentwurf zur entsprechenden Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung sei zur Abstimmung an Fachkreise und Länder gegangen, hieß es. Änderungen seien daher noch möglich.

Der Verlauf der Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen sei nach bisher vorliegenden Sicherheits­be­richten „überwiegend mild“, erklärte die STIKO. Wie das PEI in seinem Sicherheitsbericht angibt, traten die Entzündungen insbesondere nach der zweiten Impfung auf.

Erste Beschwerden würden typischer­weise innerhalb weniger Tage nach der Verbreichung bemerkt. Die STIKO betonte, für Menschen ab 30 Jahren bestehe nach der Moderna-Impfung kein erhöhtes Risiko für die beiden Entzündungen.

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und dem US-Hersteller Moderna ähneln sich in einigen Punkten: Es sind beides mRNA-Impfstoffe, für die Grundimmunisierung werden zwei Dosen verabreicht. Seit der Ein­führung beider Präparate sei bekannt, dass sie „in seltenen Fällen“ Herzmuskel- und/oder Herzbeutel­entzündungen bei jüngeren Menschen zur Folge haben können, schreibt die STIKO.

Der Vorsitzende Thomas Mertens sagte heute, die Hypothese sei, dass die häufiger erfassten Fälle beim Moderna-Impfstoff mit dessen vergleichsweise höherer mRNA-Dosierung zusammenhängen könnten.

Im PEI-Sicherheitsbericht sind 136 Meldungen von Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen bei mit Moderna geimpften Menschen zwischen 18 und 29 Jahren verzeichnet. Zwei Meldungen betreffen 12- bis 17-Jährige. Pro 100.000 Moderna-Impfungen ist von einer Berichtsrate von 11,41 beziehungsweise 11,71 für die beiden Altersgruppen die Rede.

Auch Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde rät Menschen unter 30 aus den gleichen Gründen von Moderna ab, wie aus einer Empfehlung der Behörde von vorgestern Abend hervorging. Moderna hatte gestern mitgeteilt, bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA die Zulassung auch für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren beantragt zu haben. Noch gibt es in Europa keinen zugelassenen Impfstoff für Kinder unter zwölf Jahren.

Ungeachtet der Empfehlungen in Frankreich und Deutschland hatte Moderna gestern bei der Europäi­schen Arzneimittel­agentur (EMA) die Zulassung seines Coronaimpfstoffs auch für Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren beantragt. Die EMA kündigte heute an, sie prüfe die Zulassung.

Die Arzneimittelbehörde rechnet mit einem Ergebnis in zwei Monaten. Bisher ist in der EU noch kein Coronaimpfstoff für Kinder unter zwölf Jahren zugelassen. © dpa/may/aerzteblatt.de

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