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Sexualisierte Gewalt an Kindern geht auch von Frauen aus

Mittwoch, 10. November 2021

/soupstock, stock.adobe.com

Hamburg – Sexualisierte Gewalt an Kindern und Jugendlichen kann auch von Frauen ausgehen. Das be­richtet eine Arbeitsgruppe des Instituts für Sexualforschung, Sexualmedizin und Forensische Psychiatrie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE). Das Forschungsprojekt wurde mit Mitteln der Un­abhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs (UKASK) finanziert.

Das Wissenschaftlerteam hat im Rahmen einer anonymen Online-Umfrage Personen befragt, die berich­tet haben, sexualisierte Gewalt durch eine Frau erlebt zu haben. Ergänzt wurden diese Berichte durch eine anonyme Online-Befragung von Frauen, die ein sexuelles Interesse an Kindern angegeben haben. Darüber hinaus haben die Wissenschaftler in dem Forschungsprojekt Anhörungen und schrift­liche Be­rich­te von Betroffenen im Kontext der UKASK ausgewertet.

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„Die Ergebnisse der Online-Befragung legen nahe, dass die Täterinnen vornehmlich aus dem Familien­kreis der Betroffenen stammen. In den häufigsten Fällen wurde von sexualisierter Gewalt durch die eigene Mutter berichtet“, erläuterte Johanna Schröder aus dem UKE-Institut.

Im Mittel erlebten die Befragten im Alter von sechs Jahren zum ersten Mal sexualisierte Gewalt durch eine Frau. Das Alter der Täterin wurde von den Betroffenen zu diesem Zeitpunkt im Mittel auf 32 Jahre geschätzt. Dabei schloss die sexualisierte Gewalt oft auch körperliche und psychische Gewalt ein.

Die Ergebnisse legen weiterhin nahe, dass viele Betroffene unter posttraumatischen Belastungssymp­to­men leiden. „Die Auswertungen ergaben auch, dass sexualisierte Gewalt durch weibliche Täterinnen für Betroffene und das Umfeld schwerer zu erkennen ist als sexualisierte Gewalt durch männliche Täter“, so Schröder.

„Um Kinder auch vor sexualisierter Gewalt durch Frauen besser schützen und Betroffene bedarfsgerecht versorgen zu können, muss daher an erster Stelle die Tabuisierung des Themas beendet werden“, sagte Safiye Tozdan aus der Arbeitsgruppe.

Dies könne durch weiteres Wissen aus der Forschung, durch Aufklärung der Öffentlichkeit und durch Fort­bildung von Fachpersonen aus pädagogischen, psychosozialen und medizinischen Einrichtungen sowie bei der Polizei und in der Justiz gelingen. © hil/aerzteblatt.de

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