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Politik

1.070 Kliniken dürfen mindestmengen­relevante Operationen durchführen

Mittwoch, 10. November 2021

/Syda Productions, stock.adobe.com

Berlin – Im kommenden Jahr dürfen 1.070 Kliniken in Deutschland mindestmengenrelevante Operatio­nen und Behandlungen mit besonders hohen Risiken durchführen. Das sind 13 weniger als in diesem Jahr. Das hat der AOK-Bundesverband mitgeteilt.

„Mindestmengen dienen der Patientensicherheit, denn sie tragen dazu bei, dass komplizierte Operatio­nen und Behandlungen an Krankenhäusern mit der nötigen Routine und Erfahrung durchgeführt wer­den“, betonte Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Allerdings hätten viele Kliniken die vorgegebenen Fallzahlen wegen der Absage von planbaren Operationen im Pandemiezeit­raum nicht erreicht.

„Aufgrund der besonderen Umstände in den letzten anderthalb Jahren haben viele dieser Kliniken trotz­dem eine OP-Erlaubnis für 2022 erhalten“, so Litsch. Er betonte aber, die Mindestmengenregelungen seien „kein Papiertiger, sondern sie sorgen vor allem für Transparenz.“

Die AOK hat dazu eine aktualisierte „Mindestmengen-Transparenzkarte“ veröffentlicht. Sie gibt einen bundesweiten Überblick über die aktuellen Entscheidungen der Landesverbände der Krankenkassen zu den sieben komplexen Behandlungen, für die aktuell gesetzliche Mindestmengenvorgaben gelten.

Das Spektrum reicht von 942 Klinikstandorten, die 2022 Implantationen von künstlichen Kniegelenken durchführen dürfen, bis zu 21 Standorten für Lebertransplantationen. „Alle Interessierten können sich auf unserer Karte ein Bild über die Zahl der tatsächlich durchgeführten OPs an jedem einzelnen Kranken­haus machen“, so Litsch.

Der AOK Bundesverband kritisiert, dass die Mindestmengen in Deutschland im internationalen Vergleich „viel zu niedrig angesetzt“ sind. Gesetzlich vorgegebene Mindestmengen gebe es bisher für die Implanta­tion von künstlichen Kniegelenken (50 Fälle pro Jahr), Transplantationen von Leber (20), Niere (25) und Stamm­zellen (25), komplexe Operationen an der Speiseröhre (10) und Bauchspeicheldrüse (10) sowie die Versorgung von Früh- und Neugeborenen mit einem Geburtsgewicht unter 1.250 Gramm (14 Fälle pro Jahr).

Ende 2020 hatte der Gemeinsame Bundesausschuss eine Erhöhung der Mindestmengen für die Speise­röhren-OPs von 10 auf 26 Eingriffe pro Jahr und für die Versorgung der Neugeborenen mit einem Auf­nah­megewicht von unter 1.250 Gramm von 14 auf 25 Fälle pro Jahr beschlossen. Sie greifen aber erst ab dem Jahr 2023.

Seit 2019 müssen Kliniken, die mindestmengenrelevante Eingriffe durchführen wollen, jeweils Mitte des Jahres ihre aktuellen Fallzahlen der letzten anderthalb Jahre melden und eine Prognose für das Folge­jahr abgeben. Die Landesverbände der Krankenkassen überprüfen diese Angaben und entscheiden, ob sie die Prognose der jeweiligen Klinik akzeptieren und damit eine OP-Erlaubnis erteilen. © hil/aerzteblatt.de

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