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Apotheken bei Legalisierung bereit zu Verkauf von Cannabis

Donnerstag, 11. November 2021

/picture alliance, Sascha Steinach

Berlin – Die Apotheken wären bei einer Legalisierung zum Verkauf von Cannabis unter bestimmten Be­dingungen bereit. „Um es ganz klar zu sagen: Wir reißen uns nicht darum, künftig in unseren Apothe­ken Cannabis zu verkaufen“, sagte die Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Gabriele Regina Overwiening, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Im Fall einer Legalisierung sei man aber davon überzeugt, dass es nur die Apotheken sein könnten, die ein Höchstmaß an Sicherheit für die Konsumenten gewährleisten könnten. „Wenn die Politik hierzulande zu den Apotheken sagt, bitte übernehmt die Abgabe, denn ihr seid überall vertreten, ihr habt die Labore, ihr habt die Tresore für problematische Substanzen und ihr könnt die Menschen richtig beraten, dann wird es schwer, uns zu verweigern“, betonte die Verbandschefin.

Allerdings forderte Overwiening einen Verkauf erst ab 18 Jahren sowie Kontrollmechanismen, die in einer bestimmten Zeit nur den Kauf einer definierten Menge Cannabis erlaubten. Sie verwies auf das Beispiel der Schweiz, wo durch ein elektronisches Meldesystem nur eine bestimmte Gesamtmenge Cannabis pro Monat gekauft werden kann.

Entscheidend werde außerdem sein, sauberes Cannabis mit einem definierten Wirkstoffgehalt aus siche­ren Quellen beziehen zu können. „Das spricht für einen staatlichen Anbau“, betonte sie. Die Verbandsche­fin forderte zudem, dass wegen der Bedenken kein Apotheker dazu verpflichtet werden dürfe, Cannabis zu verkaufen.

Die Debatte über eine Legalisierung von Cannabis in Deutschland hatte vor dem Hintergrund der möglichen Ampel-Koalition wieder an Fahrt gewonnen. FDP und Grüne sind für eine Legalisierung, die SPD hatte eine „regulierte Abgabe“ an Erwachsene zunächst in Modellprojekten befürwortet, die von Präventions- und Beratungsangeboten begleitet werden.

Der 125. Deutsche Ärztetag (DÄT) steht einer Legalisierung von Cannabis kritisch gegenüber. Er warnte kürzlich insbesondere vor den möglichen Risiken für die Gesundheit der Konsumierenden und den möglichen Folgen für die medizinische Versorgung.

Die Ärztekammer Berlin warnte heute nochmals vor den Gefahren, die für alle Menschen und insbeson­dere für Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene von dem Suchtmittel ausgehen. Eine Abgabe dürfe nur streng reguliert, mit einhergehender Risikobewertung und Beratung an Erwachsene stattfinden. Beglei­tend sei der Konsum mit Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen einzudämmen.

„Man darf Cannabis nicht bagatellisieren. Doch eine Dämonisierung hilft auch keinem“, sagte Peter Bob­bert, Präsident der Ärztekammer Berlin. Sollte Cannabis legalisiert werden, fordere man eine streng kon­trollierte Abgabe des Suchtmittels an Erwachsene mit Beratung und Aufklärung der Konsumenten. „Eine individuelle ärztliche Risikobewertung des Konsums, verbunden mit intensiven präventiven Maßnahmen, ist unabdingbar.“ © dpa/may/aerzteblatt.de

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