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Endokrinologen weisen auf Bedeutung einer frühen Diagnose bei Akromegalie hin

Freitag, 12. November 2021

/Magorzata, stock.adobe.com

Hamburg – Eine Akromegalie aufgrund eines gutartigen Tumors der Hirnanhangdrüse ist in frühen Sta­dien oftmals gut behandelbar. Leider vergingen oft viele Jahre bis zur Diagnose. Das hat die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) bemängelt.

Der DGE zufolge wird die langsame Vergröberung des Aussehens häufig als Ausdruck des normalen Alte­rungsprozesses fehlgedeutet. Jedes Jahr erkranken 333 bis 500 Menschen neu an einer Akromegalie. Das mittlere Alter bei Diagnose beträgt 40 bis 45 Jahre.

Die vermehrte Ausschüttung des Wachstumshormons durch die Hypophyse führt zur Bildung eines weiteren Hormons, dem „Insulin-like growth factor-1“ (IGF-1). „IGF-1 wirkt auf zahlreiche Gewebs- und Stoffwechselfunktionen des Körpers ein“, erläutert Marcus Quinkler von der Praxis für Endokrinologie und Nephrologie in Berlin.

„In der Kindheit führt die Erkrankung zum Riesenwuchs. Nach Abschluss der Pubertät ist ein Längen­wachstum zwar nicht mehr möglich, dafür kommt es jetzt zu dem sogenannten appositionellen Kno­chen­wachstum – der Knochen wird also an vielen Stellen dicker“, so der DGE-Experte.

Die Erkrankung betrifft auch innere Organe, so sind etwa Herz und Leber oft vergrößert. Da das Wachs­tumshormon auch ein Stoffwechselhormon sei, könne es auch eine Verschlechterung des Zucker­stoff­wechsels bis hin zum Entstehen von Typ-2-Diabetes bewirken, so Quinkler. Häufig beobachteten Ärzte auch Bluthochdruck und ein Schlaf-Apnoe-Syndrom.

„Eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung minimiert die bleibenden Folgen und erhöht die Heilungs­chancen“, betonte er. Die Bestimmung von IGF-1 im Blut gebe oft den entscheidenden Hinweis.

Die Therapie der Wahl bei kleinen Tumoren unter der Größe von einem Zentimeter sei eine operative Entfernung des Tumors. Hier gelinge die Heilung in mehr als 90 Prozent der Fälle. Sei der Tumor schon größer, sinke die Erfolgsrate einer Operation. In diesen Fällen komme eine Bestrahlung sowie die Gabe von Medikamenten zum Einsatz.

„Oft vergehen fünf bis zehn Jahre bis die Erkrankung erkannt wird“, kritisiert Stephan Petersen, Presse­sprecher der DGE. Eine Zunahme der Ring- oder Schuhgröße, ein beidseitiges Karpaltunnelsyndrom, Vergröberung der Körperendigungen wie Nase und Finger sowie die Kombination von Folgeerkrankun­gen wie Schlaf-Apnoe-Syndrom, Diabetes mellitus und Gelenkbeschwerden sollten an die Akromegalie denken lassen, betont er.

Die Arbeitsgemeinschaft Hypophyse und Hypophysentumore der DGE hat 2003 das „Deutsche Akromegalie-Register“ gegründet. Es soll eine objektive Datenbasis bereitstellen, um Aussagen zu Diagnostik und Therapie, zu Spontanverlauf, Komorbiditäten und Mortalität der Akromegalie in Deutschland zu treffen. © hil/aerzteblatt.de

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