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Medizin

Neuer Ansatz für die Therapie des Morbus Parkinson

Dienstag, 28. Dezember 2021

/Kateryna_Kon - stock.adobe.com

Lübeck – Ceramid, ein sogenanntes Sphingolipid, das in Mitochondrien vermehrt vorkommt, könnte bei der Pathophysiologie der Parkinsonkrankheit eine wichtige Rolle spielen. Das berichtet eine Arbeits­gruppe der Universität zu Lübeck in den Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America (PNAS 2021; DOI: 10.1073/pnas.2025347118). Die Wissenschaftler sehen hier einen möglichen Ansatz für die Therapie.

Die Energieproduktion über die Mitochondrien und der Abbau von Mitochondrien sind 2 wichtige Prozesse, die bei der Parkinsonkrankheit gestört sind. Seltene Veränderungen im Gen PINK1 verursachen die Parkinsonkrankheit bereits in jungen Jahren und führen ebenfalls zu Einschränkungen der Energie­produktion und der Beseitigung nicht mehr funktionstüchtiger Mitochondrien.

Laut den Forschern deutet dies daraufhin, dass diese beiden Mechanismen miteinander verbunden sind. Außerdem gebe es immer mehr Belege dafür, dass Sphingolipide, einschließlich Ceramid, bei Morbus Parkinson verändert sind, was die Bedeutung von Lipiden in der Pathophysiologie von Morbus Parkinson unterstreiche.

Die Wissenschaftler konnten in ihrer Studie zeigen, dass Ceramid eine entscheidende Rolle bei der PINK1-bedingten Parkinsonerkrankung spielt, die bisher fast ausschließlich mit mitochondrialer Dysfunktion in Verbindung gebracht wurde. „Wir fanden heraus, dass sich Ceramid in den Mitochondrien anreichert und die mitochondriale Funktion negativ beeinflusst“, berichten sie.

Die Senkung des Ceramidspiegels verbesserte den mitochondrialen Phänotyp in PINK1-mutierten Fliegen und in Fibroblasten von Patienten mit PINK1-Mangel. Darüber hinaus führte die Anhäufung von Ceramid zu einem ceramidinduzierten Mitochondrienabbau bei PINK1-Mangel.

Einen möglichen Therapieansatz sehen die Wissenschaftler in der Senkung des Ceramidspiegels oder in der Steigerung der Energieproduktion. Das Ergebnis basiert laut der Arbeitsgruppe auf einer Zusam­menarbeit des Instituts für Neurogenetik mit dem Institut für Medizinische Biometrie und Statistik in Lübeck. © hil/aerzteblatt.de

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