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Immer mehr Kinder in Indien werden geimpft

Donnerstag, 18. November 2021

/picture alliance, AP Photo, Bikas Das

Montréal/Pune – Bei der routinemäßigen Impfung von Kindern hat Indien enorme Fortschritte gemacht. Zu diesem Ergebnis kommt ein Team der Universität Montréal, der Harvard University und der Flame University in Pune. Die Auswertung der nationalen Erhebungsdaten eines Vierteljahrhunderts (1992 bis 2016) wurden in Lancet Global Health veröffentlicht (2021; DOI: 10.1016/S2214-109X(21)00349-1).

Die Forschenden analysierten Daten aus vier Erhebungsrunden von fast 73.000 Säuglingen im Alter von 12 bis 23 Monaten. Der Anteil der Kinder in Indien, die keine Impfung erhalten haben, ist innerhalb eines Vierteljahrhunderts um das Dreifache gesunken: von 33 Prozent im Jahr 1992 auf zehn Prozent im Jahr 2016.

Subramanian, Professor für Bevölkerungsgesundheit und Geographie in Harvard, fügte hinzu: „In den 24 Jahren, die wir analysiert haben, ist der Anteil der Kinder, die keine Dosis erhalten, in Indien absolut ge­sehen um etwas mehr als 23 Prozent zurückgegangen, wobei der Rückgang bei den am stärksten be­nach­teiligten Gruppen noch schneller vonstatten ging.“ Das sei ein enormer nationaler Erfolg.

Auch 2016 lebten nach wie vor viele der ungeimpften Kinder in benachteiligten Gruppen, darunter Haus­halte mit dem niedrigsten Einkommen und Kinder von Müttern ohne Schulbildung. Die Prävalenz im un­tersten Vermögensquintil lag bei 15,3 Prozent (95-Prozent-Konfidenzintervall 14,6-16,0). Bei Müttern ohne Schulbildung betrug die Prävalenz der ungeimpften Kinder 16,8 Prozent (95-Prozent-KI 16,1-17,4).

Außerdem litten Kinder ohne Impfung im Vergleich zu geimpften Kindern häufiger an Unterernährung. So lag die Prävalenz schwer unterentwickelter Kinder 1992 bei den ungeimpften bei 41,3 Prozent, wo­hingegen 28,5 Prozent der geimpften Kinder schwer unterentwickelt waren. 2016 verbesserte sich diese Prävalenz auf 24,9 Prozent gegenüber 18,7 Prozent bei den geimpften Kindern.

Insgesamt gab es 2016 schätzungsweise 2,9 Millionen ungeimpfte Kinder in Indien, vor allem in weni­ger entwickelten Bundesstaaten und Bezirken sowie in einigen städtischen Gebieten. Der Impfsta­tus von Kindern sei ein wichtiger Indikator für eine systematische Benachteiligung im Laufe des Lebens, erklärte Hauptautorin Mira Johri, Professorin an der School of Public Health der Universität Montréal.

Kindersterblichkeit durch impfpräventable Krankheiten sinkt

Fast zehn Millionen Kinder in einkommensschwachen Ländern wurden noch nie geimpft und sind damit anfällig für tödliche Krankheiten wie Polio, Masern und Lungenentzündung. Zwei Drittel dieser unge­impf­ten Kinder leben unterhalb der internationalen Armutsgrenze, ihre Familien müssen in armen Dörfern, in städtischen Slums und in Konfliktgebieten mit weniger als 2,35 Dollar pro Tag auskommen.

In den vergangenen 20 Jahren haben internationale Organisationen unter der Leitung der Impfallianz GAVI, eine öffentlich-private Partnerschaft, in Zusammenarbeit mit nationalen Regierungen, der Weltge­sund­heits­organisation (WHO) und UNICEF dafür gesorgt, dass deutlich mehr Kinder in armen Ländern routinemäßig geimpft werden: Heute sind es 81 Prozent gegenüber 59 Prozent im Jahr 2000. Die Kin­dersterblichkeit durch impfpräventable Krankheiten sei daher in zwei Jahrzehnten um 70 Prozent zu­rückgegangen, heißt es in der Pressemitteilung.

COVID-19-Impfungen weltweit

  • 52,3 Prozent der Weltbevölkerung haben mindestens eine Dosis eines COVID-19-Impfstoffs erhalten.
  • 7,56 Milliarden Dosen wurden weltweit verabreicht
  • 4,8 Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen haben mindestens eine Dosis erhalten. Zwei Tage zuvor waren es noch 4,5 Prozent

Quelle: Our World in Data, Stand 17.11.2021

Bei Coronaimpfungen liegt Indien etwa im Durchschnitt der Welt (siehe Kasten). Gegen SARSCoV-2 sind in Indien aktuell 26,5 Prozent doppelt geimpft und weitere 27,4 Prozent sind einfach geimpft. In Kenia, Äthiopien, Nigeria, Kamerun, Mali und vielen anderen einkommensschwachen Ländern liegen die Impfquoten für eine doppelte Impfung niedriger als vier Prozent.

Im Durchschnitt hat Afrika eine Impfquote (doppelte Dosis) von fast 10 Prozent erreicht, Asien liegt bei etwa 45 Prozent, Südamerika bei 55 Prozent, Europa bei 56 Prozent und Nordamerika bei 53 Prozent. © gie/aerzteblatt.de

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