NewsÄrzteschaftPatienten mit Vorhofflimmern profitieren von früher rhythmuserhaltender Behandlung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Ärzteschaft

Patienten mit Vorhofflimmern profitieren von früher rhythmuserhaltender Behandlung

Dienstag, 16. November 2021

/YAOWARAT, stockadobecom

Münster – Patienten mit erstmals diagnostiziertem Vorhofflimmern profitieren vom frühen Rhythmus­erhalt ebenso wie Patienten mit paroxysmalem oder persistierendem Vorhofflimmern. Das zeigt eine Subgruppenanalyse der EAST – AFNET-4-Studie. Andreas Goette vom St. Vincenz-Kranken­haus Paderborn hat sie jetzt beim Kongress der American Heart Association in Boston vorgestellt.

Die aktuellen Leitlinien für die Behandlung von Vorhofflimmern empfehlen eine Antikoagulation und eine Behandlung der kardiovaskulären Begleiterkrankungen bei allen Patienten mit Vorhofflimmern, während der Erhalt des Sinusrhythmus bisher nicht als First-Line-Behandlung gilt.

Anzeige

Die EAST – AFNET 4 Studie hat untersucht, ob eine rhythmuserhaltende Therapie mittels Antiarrhythmika oder Katheterablation, wenn sie im ersten Jahr nach der Diagnose Vorhofflimmern begonnen wird, die Prognose der Patienten verbessert.

In der Studie wurden 2.789 Patienten mit kürzlich diagnostiziertem Vorhofflimmern (innerhalb eines Jah­res nach Diagnose) und kardiovaskulären Risikofaktoren in den beiden Studiengruppen „früher Rhyth­mus­erhalt“ und „übliche Behandlung“ über einen Zeitraum von fünf Jahren behandelt und beobachtet. Es zeigte sich ein Nutzen des frühen Rhythmuserhalts über alle Patientengruppen hinweg (NEJM, DOI: 10.1056/NEJMoa2019422).

In der Subanalyse hat die Arbeitsgruppe um Goette jetzt die Wirkung einer frühen rhythmuserhaltenden Therapie auf drei Gruppen von Patienten mit unterschiedlichen Vorhofflimmerarten spezifiziert. Pa­­­tien­ten mit erstmals diagnostiziertem Vorhofflimmern wurden öfter stationär aufgenommen (24 Prozent) als solche mit persistierendem (14 Prozent) oder paroxysmalem (elf Prozent) Vorhofflimmern.

Ein Maß für das Schlaganfallrisiko war in allen drei Gruppen ähnlich. Es gab keine wesentlichen Unter­schiede in der Antikoagulation und der Behandlung von Begleiterkrankungen. Der frühe Rhythmuserhalt reduzierte kardiovaskuläre Komplikationen bei allen Arten von Vorhofflimmern.

„Der Nutzen des frühen Rhythmuserhalts hat sich in der EAST – AFNET 4 Studie als unabhängig von der Art des Vorhofflimmerns herausgestellt“, sagte Goette. Die Entscheidung für eine frühzeitige rhythmuser­hal­tende Behandlung sollte daher nach dem jetzigen Erkenntnisstand nicht von der Art des Vorhof­flim­merns abhängig gemacht werden, so die Empfehlung der Arbeitsgruppe. © hil/aerzteblatt.de

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER