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Früherkennung bei glukokortiko­idinduzierter Osteoporose entscheidend

Freitag, 19. November 2021

/crevis, stock.adobe.com

Berlin – Rheumapatienten, die wiederholt oder langfristig Glukokortikoide einnehmen, sollten vorbeu­gende Maßnahmen ergreifen und vorsorglich auf eine sich entwickelnde Osteoporose untersucht und behandelt werden. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie [DGRh (Springer 2021; DOI: 10.1007/s00393-021-01028-w)].

Eine Glukokortikoidtherapie ist häufiger Bestandteil der medikamentösen Behandlung von Autoimmun­erkrankungen. Schätzungen zufolge werden bis zu einem Prozent der Bevölkerung westlicher Länder langfristig mit Glukokortikoiden behandelt.

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Im Gegensatz zum meist gut verträglichen kurzzeitigen Einsatz von Kortison auch in höheren Dosie­rungen, hat die Langzeitbehandlung oft Nebenwirkungen. Eine der häufigsten ist die glukokortikoid­induzierte Osteoporose, eine durch Kortisonpräparate verursachte sekundäre Osteoporose.

Bei rund 30 bis 40 Prozent der Patienten, die über einen Zeitraum von rund 4,5 Jahren mit Kortison behandelt wurden, lassen sich laut der DGRh aktuelle oder alte Frakturen nachweisen.

„Aufgrund der medikamentösen Behandlung spüren viele von ihnen gerade bei kleinen Knochenbrüchen kaum oder keine Schmerzen, weswegen sie oft übersehen und nicht behandelt werden“, erläuterte Jan Leipe, Sektionsleiter Rheumatologie an der Universitätsmedizin Mannheim und Mitglied der Kommission Pharmakotherapie der DGRh.

Die Fachgesellschaft empfiehlt, eine langfristige Kortisonbehandlung durch eine kalziumreiche Ernäh­rung und die Gabe von Vitamin D von Beginn an zu begleiten. Die Knochendichte sollte regelmäßig geprüft und die zusätzliche Gabe von Medikamenten erwogen werden, die den Knochenabbau hemmen oder sogar den Aufbau fördern.

„Bereits in den ersten drei bis sechs Monaten der Glukokortikoidtherapie sinkt die Knochendichte um bis zu zwölf Prozent, was die Dringlichkeit der genannten Maßnahmen unterstreicht“, so Leipe. Dabei stehe die Abnahme der Knochendichte in direktem Zusammenhang mit der Dosierung und Dauer der Medika­mentengabe.

Bei der Therapie rheumatischer Erkrankungen sind Glukokortikoide laut der DGRh ein unerlässlicher Baustein. „Umso wichtiger ist es, möglichen Nebenwirkungen und damit Folgeerkrankungen rechtzeitig vorzubeugen“, sagte der DGRh-Präsident Andreas Krause. Zu einer langfristigen Glukokortikoidtherapie gehöre immer auch die Prävention einer möglichen Osteoporose, betonte er. © hil/aerzteblatt.de

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