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Impfallianz kritisiert Industrie für Gewinne mit Vakzinen

Dienstag, 16. November 2021

/bluedesign, stock.adobe.com

Washington – Die Pharmakonzerne Biontech, Pfizer und Moderna machen nach Untersuchungen eines globalen Impfbündnisses mit ihren Coronavakzinen jede Sekunde 1.000 Dollar (knapp 880 Euro) Gewinn. Das hat die People's Vaccine Alliance (PVA) auf der Grundlage der Geschäftsberichte der Unternehmen und der dort angegebenen Erwartungen und Gewinnspannen errechnet.

Die Allianz kritisierte vor diesem Hinter­grund heute, dass in Afrika noch immer kaum jemand vollständig geimpft ist und forderte eine Ausset­zung des Patentschutzes.

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Die PVA, zu der rund 80 Organisationen wie Oxfam und UNAIDS gehören, nahm sich die Quartals- und Neunmonatsberichte der US-Konzerne Pfizer und Moderna und des deutschen Unternehmens Biontech vor.

Nach der Analyse der Zahlen zu erzielten und erwarteten Umsätzen und Gewinnen kam das Bündnis auf einen kombinierten Gesamtjahresgewinn der Unternehmen vor Steuern in Höhe von 34 Milliarden Dollar – allein mit den Coronaimpfstoffen.

Dieser Profit entspreche 93,5 Millionen Dollar pro Tag oder eben 1.000 pro Sekunde. Die Unternehmen hätten in der Pandemie fünf neue Milliardäre hervorgebracht, die zusammen derzeit über ein Nettover­mö­gen von 35,1 Milliarden Dollar verfügen, monierte die Allianz.

An einkommensschwache Länder insgesamt lieferte Moderna laut PVA bislang nur 0,2 Prozent seines gesamten Impfstoffangebots, bei Biontech und Pfizer sind es 0,4 Prozent. Es sei daher nötig, den Patent­schutz für COVID-19-Impfstoffe sowie Tests und Behandlungen der Erkrankung auszusetzen. Die Impf­stofftechnologie und das nötige Knowhow müssten „an alle fähigen Hersteller weitergegeben“ werden, forderte die Allianz.

Grundsätzlich verweisen Experten aber darauf, dass fraglich ist, wie schnell ein Unternehmen in Ländern wie Indien oder Südafrika überhaupt in der Lage wäre, die technischen Voraussetzungen und die nötige Infrastruktur für eine Impfstoffproduktion aufzubauen. Die Produktionsprobleme könnten stattdessen auch über Lizenzen gelöst werden, die die Unternehmen vergeben, lautet ein weiteres Argument.

Mit ihren Gewinnen aus den Impfstoffen verhalten sich Biontech, Pfizer und Moderna anders als die Her­steller Astrazeneca und Johnson & Johnson. Diese Unternehmen verkaufen ihre Vakzine bislang zum Selbstkostenpreis – also ohne damit einen Gewinn zu erzielen.

Der britisch-schwedische Pharmakonzern Astrazeneca kündigte allerdings vor wenigen Tagen einen „allmählichen“ Übergang an und will künftig auch Gewinn mit seinem Impfstoff machen. Das Geld soll unter anderem in ein Coronamedikament fließen, das derzeit entwickelt wird. © afp/aerzteblatt.de

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