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Ärzteschaft

Tarifgespräche für Ärzte an kommunalen Kliniken ergebnislos vertagt

Mittwoch, 17. November 2021

/picture alliance, Bodo Schackow

Berlin – Die Tarifgespräche zwischen dem Marburger Bund (MB) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) für die mehr als 55.000 Ärzte in kommunalen Krankenhäusern sind auch in der zweiten Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben. Das teilten MB und VKA mit.

Die Ärztegewerkschaft monierte, die VKA sei nach wie vor nicht in der Lage, zu den Forderungen des Marburger Bundes konkrete Angebote zu machen. „Will man die aktuellen Gespräche zusammenfassen, reichen drei Worte: intensiv, aber unergiebig“, resümierte MB-Verhandlungsführer Christian Twardy.

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Die Arbeitgeberseite zeige bislang wenig Bereitschaft, pragmatische und praktikable Schritte zur Redu­zie­rung der Arbeitsbelastung mitzugehen. Dem MB zufolge wurden das Thema Bereitschaftsdienst und die Forderungen nach einer Präzisierung der derzeitigen Regelungen diskutiert.

„Die VKA stellt sich immer noch auf den Standpunkt, eine trennschärfere Begrenzung von Bereitschafts­diensten würde die Arbeit an Krankenhäusern deutlich erschweren“, sagte Twardy. Dabei sei das Gegen­teil der Fall. Eindeutige, verbindliche und leichter handhabbare Regelungen würden zu Rechtsklarheit führen und mehr Arbeitszufriedenheit schaffen.

„Daran sollten die Arbeitgeber auch ein Eigeninteresse haben: Die Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern hängt ganz maßgeblich von den Arbeitsbedingungen ab, die sie Ärztinnen und Ärzten bieten“, sagte Twardy.

Die VKA sieht nach eigenen Angaben keinen Spielraum hinsichtlich weiterer Einschränkungen bei den Bereitschaftsdiensten und freien Wochenenden. Kleine Krankenhäuser und Abteilungen bekämen bei Verschärfungen der vereinbarten Regelungen massive Probleme, hieß es.

„Der Marburger Bund zeigt leider noch wenig Verständnis für die Besonderheiten gerade kleiner Häuser und Abteilungen“, erklärte Jürgen Jung, stellvertretender Vorsitzender des Gruppenausschusses des VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen.

Die geforderten Verschärfungen bei den Bereitschaftsdiensten und den freien Wochenenden seien nicht umsetzbar, ohne den Fortbestand von kleineren kommunalen Kliniken und kleineren Abteilungen zu ge­fährden.

Die erst in der vergangenen Tarifrunde vereinbarten Regelungen zur Begrenzung von Bereit­schaftsdiens­ten stellten viele Häuser heute schon vor große Herausforderungen. Jung betonte, ein Tarif­abschluss müsse „finanzierbar sein“, so Jung.

Die Verhandlungen sollen am 16. Dezember 2021 fortgesetzt werden. Mit Blick auf dritte Runde forderte Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes, konkrete Vorschläge der VKA zur Präzisierung der Obergrenzen für Bereitschaftsdienste, zur Limitierung der Rufbereitschaften und zur Erhöhung der Ge­häl­ter.

„Die kommunalen Arbeitgeber müssen jetzt ihre Hausaufgaben machen und sich endlich aus ihrer starren Defensive herauswagen. Nur dann können Ergebnisse erzielt und eine Verschärfung des Tarif­konflikts vermieden werden“, sagte Botzlar. © may/aerzteblatt.de

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